Teenies «feiern so richtig ab» – mit buntem Farbpulver

EMMEN ⋅ Coole Musik, gutes Wetter, ausgelassene Stimmung: Rund 2500 Jugendliche feierten am «Holi Gaudy» – und bewarfen sich mit buntem Farbstaub.
07. August 2016, 05:00

Es ist Samstagnachmittag, die Sonne brennt auf die Sportanlage Gersag. Elektroklänge scheppern aus grossen Boxen. Um die Bühne mit dem DJ-Pult drängt sich ein dichtes Knäuel an Festivalbesuchern. Hintern wackeln, Hände zucken rhythmisch in den Himmel – es wird gekreischt. Was das gestrige Treiben von einer beliebigen Party unterscheidet, ist der Farbstaub, der durch die Luft wirbelt. «Das ist ein riesen Spass», sagt Milena Bucher (16). Angereist ist sie mit ihrer Clique aus dem Kanton Obwalden. Entschlossen greift sie zu ihrem Plastiksäckchen und bepudert kurzerhand die umstehenden Festivalbesucher mit lila Staub.

Ursprung ist in Indien

Bereits zum dritten Mal gastiert das «Holi Gaudy» in Emmenbrücke. Ursprünglich handelt es sich bei diesem Anlass um eine altes hinduistisches Frühlingsfest aus Indien, bei dem ausgelassen mit Farbpulver um sich geworfen wird. Mit Religion hat die von Ulf Steinecke und seinen Helfern organisierte Party allerdings nichts mehr am Hut. Geblieben – nebst der Freude am Festen – ist vor allem das Farbpulver, hergestellt aus Talk und Lebensmittelfarbe. Und genau das ist es, was bei den vornehmlich jungen Festivalbesuchern besonders gut ankommt. Das sei einfach mal etwas anderes, «etwas Ungewohntes und Aussergewöhnliches», sagt Kantischülerin Corina Limacher (16) aus Müswangen, die zum ersten Mal an einer solchen Party teilnimmt. Mit diesem Geburtstagsgeschenk habe ihre Schwester genau ins Schwarze getroffen.

Einziges Festival in Zentralschweiz

Angetan vom bunten Partytreiben ist auch die Tessinerin Gaia Dellea (16). Zusammen mit ihren Freundinnen ist sie extra aus Locarno angereist, hat über drei Stunden Zugfahrt in Kauf genommen, «um hier richtig abzufeiern», wie sie sagt. Es sei einfach ein Riesenspass, eine super Atmosphäre.

Das «Holi Gaudy»-Festival ist nicht nur eine ausgelassene Farbparty zu Mainstream-Elektromelodien, sondern auch eine einträgliche Geschäftsidee. Zwar ist es das einzige Festival dieser Art in der Zentralschweiz, daneben hat es in der Saison 2016 schon in Zürich und in Kreuzlingen gastiert – sowie in elf deutschen Städten und an einem Ort in Südtirol. «An zehn Festivalstandorten haben wir dieses Jahr eine Zunahme der Besucherzahlen verbuchen können», sagt Organisator Steinecke. So auch in Emmenbrücke. 10 Prozent mehr Tickets seien in diesem Jahr verkauft worden. Total rund 2500 – und das bei Preisen zwischen 22 Franken und 100 Franken für ein VIP-Ticket. Platz hätte es zwar für deutlich mehr Besucher. Bis zu 5000 Festivalbesucher könnte man auf dem Gelände unterbringen, schätzt der Organisator. Trotzdem sei er mehr als zufrieden. Steinecke, der zuvor über zehn Jahre lang Klassikfestivals organisiert hat, ist überzeugt, dass sich das «Holi Gaudy» auch in der hiesigen Festivallandschaft etabliert habe. Und er verspricht: «Auch nächstes Jahr werden wir nach Emmenbrücke kommen.»

Raphael Zemp

  • Holi Gaudy
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Coole Musik, gutes Wetter, ausgelassene Stimmung: Rund 2500 Jugendliche feierten am «Holi Gaudy» in Emmen – und bewarfen sich mit buntem Farbstaub.


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