Verkehrshaus hofft auf Geldsegen

SUBVENTIONEN ⋅ Bisher erhielt das Museum einen Bundesbeitrag von 1,6 Millionen Franken, künftig sollen es 2,4 Millionen sein. Dies, weil auch die Stadt Luzern ihren Beitrag erhöht – wenn auch nur auf dem Papier.
19. April 2017, 07:29

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Vor einigen Monaten waren die finanziellen Aussichten für das Verkehrshaus noch getrübt. Aufgrund des Sparpakets KP 17 drohten um rund 120 000 Franken tiefere Beiträge von Kanton und Stadt Luzern. Das hätte auch Kürzungen der Bundesgelder zur Folge gehabt. Dies, weil der Bund 2018 das Subsidiaritätsprinzip einführt – er bezahlt höchstens so viel wie Gemeinden und Kantone zusammen (Ausgabe vom 15. November 2016).

Inzwischen hat der Wind jedoch gedreht. Kanton und Stadt Luzern haben sich auf eine Übergangsfinanzierung für die grossen Kulturbetriebe geeinigt. Ausserdem will die Stadt ihren Subventionsbeitrag ab 2018 mit einer anderen Rechnungsweise um 945 000 Franken erhöhen (Ausgabe vom Donnerstag). Damit würde das Verkehrshaus von der Stadt, dem Kanton Luzern und den weiteren Zentralschweizer Kantonen gemeinsam jährlich rund 2,4 statt 1,5 Millionen Franken erhalten. «Wir hoffen, dass künftig auch der Bund uns mit diesem Betrag unterstützt», sagt Kurt Bieder, Präsident der Stiftung Verkehrshaus und alt Stadtrat. Damit würde das Museum vom Subsidiaritätsprinzip profitieren, statt darunter zu leiden. Bisher bezahlte der Bund rund 1,6 Millionen pro Jahr. Unter dem Strich würde das Verkehrshaus also etwa 800 000 Franken mehr erhalten.

Vorgehen ist mit Bund abgesprochen

Die Stadt dagegen erhöht ihren Beitrag nur auf dem Papier. Und das geht so: Das Verkehrshaus steht auf städtischem Grund und kann diesen derzeit gratis nutzen. Das Baurecht hat jedoch einen Wert von 945 000 Franken, wie die Stadt schreibt. Ab 2018 will die Stadt diesen Betrag dem Verkehrshaus in Rechnung stellen und gleichzeitig die Zahlungen an das Museum um 945 000 Franken erhöhen. Letztendlich handelt es sich also um ein Nullsummenspiel.

Akzeptiert der Bund diese Neuberechnung? «Wir haben das Vorgehen mit Bundesvertretern abgesprochen», sagt Bieder. «Man teilte uns mit, dass Sachleistungen wie unentgeltliches Baurecht beim Subsidiaritätsprinzip nicht als Subventionen anerkannt werden.» Die neue Rechnung nach dem «Bruttoprinzip» werde dagegen akzeptiert. «Dies macht aus unserer Sicht auch Sinn», sagt Bieder. Das «Bruttoprinzip» sei transparenter. «So weiss man, welchen Wert eine Leistung hat. Und es ist auch besser ersichtlich, auf welcher Grundlage der Bund die Subventionen berechnet.» Deshalb habe das Verkehrshaus gemeinsam mit der Stadt die neue Rechnungsweise erarbeitet, wie Rosie Bitterli, städtische Kultur- und Sportchefin, sagt. «Wir sind sehr froh, dass die Stadt darauf eingestiegen ist. Die Zusammenarbeit war sehr konstruktiv», so Bieder. Der Grosse Stadtrat und das Stimmvolk müssen die Änderung aber noch absegnen.

Ob der Bund tatsächlich 2,4 Millionen bezahlt, ist aber noch offen. Dies hängt nicht nur von den städtisch-kantonalen Subventionen ab, sondern auch von der Ausstrahlung und der Qualität eines Museums. Das Gesuch um Bundessubventionen ab 2018 hat das Verkehrshaus Ende März eingereicht. Der Entscheid wird im Juni erwartet. Dazu, wie dieser ausfallen könnte, äussert sich der Bund derzeit nicht. Bieder gibt sich zuversichtlich: «Wir erfüllen im Bereich Mobilität mit der Dokumentation der Geschichte denselben Auftrag wie das Landesmuseum in anderen Bereichen.» Dieses erhält über 40 Millionen Franken vom Bund. Mit einem höheren Beitrag könne auch das Verkehrshaus entspannter in die Zukunft blicken. «Der Betrieb ist zwar sehr erfolgreich, was die Eintrittszahlen betrifft», sagt Bieder. «Doch der Unterhalt und die Sanierung der Objekte kostet inklusive Aussenlager in Rain rund 4,5 Millionen Franken pro Jahr.»


Login

 
Leserkommentare

Anzeige: