Wanderweg Stampfi wieder offen – unter Bedingungen

EMMEN ⋅ Der Disput um den Wanderweg im Gebiet Stampfi steht kurz vor dem Happy End: Eine neue Route wird in diesen Tagen fertig.

12. Juli 2013, 07:36

Noch versperrt ein Stacheldraht den Weg für die Wanderer entlang dem Rotbach im Gebiet Stampfi. Doch schon bald steht den Wanderern eine neue Route zur Verfügung. An diesem zirka 300 Meter langen Wegstück arbeiten seit letztem Montag 42 Lehrlinge der CKW. Der Blick hinunter von der alten Holzbrücke offenbart eine menschliche Ameisenstrasse, auf der die Jugendlichen eine Schubkarre voller Kies nach der anderen hin und her schieben. Am Ende des Weges warten andere Lehrlinge, die dann den Schotter auf dem Erdboden verteilen. Rund 90 Kubikmeter Kies wurden seit Wochenbeginn für den Weg verbraucht. Vorher hat der Emmer Werkdienst eine Schneise in den unberührten Waldboden gefräst. «Es ist schon streng», sagt Laurim Balz, der die Lehre als Elektriker bei der CKW absolviert. Als Elektriker arbeite er weniger körperlich, wodurch er am Abend die Einsätze hier schon spüre.

Neuer Weg führt dem Bach entlang

Mitten unter den Jugendlichen ist gestern der Emmer Gemeinderat und Baudirektor Josef Schmidli gestanden – um einen ersten Augenschein zu nehmen. «Ich bin beeindruckt von der Leistung der Lehrlinge», freute er sich. Gemeinsam mit Roland Wymann, dem Leiter des Emmer Werkdienstes, lief er den neuen Weg ab. Dieser schlängelt sich dem Rotbach entlang und führt unter den beiden Brücken durch. «Ein sehr schöner Anblick, diese Brücke von unten», fand Schmidli. Wegen des rutschigen Geländes ist es nicht möglich, den Weg ganz dem Bach entlang zu verlegen. Eine Treppe aus Betonelementen soll nun den Abstieg erleichtern. «Der Weg soll aber auch ein wenig wild sein», so Schmidli. «Mir gefällt diese wildromantische Landschaft hier.» Und tatsächlich sind hier regelmässig Graureiher auf der Suche nach Beute anzutreffen. Über den neuen Wanderweg freut sich auch der Wanderverein Emmen. «Diese Strecke wird von vielen Wanderern gerne genutzt – und es ist ja auch ein schöner Weg», sagt der Ehrenpräsident Walter Muff.

Lösung nach zwei Jahren

Seit zwei Jahren ist der Wanderweg vom Riffigweiher entlang dem Rotbach im Gebiet Stampfi gesperrt. Auslöser war ein Erdrutsch, der einen Teil des Wegs unpassierbar machte. Das Wegstück liegt zudem auf einem Privatgrundstück. Der Besitzer hat ein gerichtliches Verbot erreicht, das ein Betreten der Zufahrtstrasse und der Wege auf seinem Grundstück untersagt (wir berichteten). Immer wieder hätten sich Wanderer auf seinen Gartenmöbeln niedergelassen und ein Picknick veranstaltet, beklagte er sich im September 2012 in unserer Zeitung. Doch jetzt haben sich die Parteien zusammengerauft und einen Kompromiss gefunden.

Verbotstafeln als Verhaltensregeln

Zwar führt auch der neue Wanderweg über das Grundstück des besagten Landbesitzers. An der Grenze zur Parzelle jedoch werden zwei Verbotstafeln montiert, um die Wanderer auf die geltenden Verhaltensregeln aufmerksam zu machen. Diese dürfen den Weg benützen, müssen aber zum Beispiel in diesem Gebiet ihren Hund an die Leine nehmen und dürfen nicht mit dem Mountainbike den Weg entlang fahren. Diese Verbotstafeln waren eine Bedingung des Landwirt-Ehepaars.

Mit dieser Lösung ist Baudirektor Schmidli sehr zufrieden. Er schätzt, dass der Weg Ende Juli für Wanderer und Jogger begehbar sein wird. «Es wird aber keine grosse Feier geben, bei der ein Band mit der Schere durchschnitten wird», so Schmidli. Durch den Erdrutsch entstanden Sanierungskosten in der Höhe von 70 000 Franken. Der neue Weg schlägt mit rund 125 000 Franken zu Buche, wobei sich die Gemeinde Rothenburg – in nicht genanntem Ausmass – finanziell beteiligt. Federführend ist die Gemeinde Emmen.


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