Ab Mai spart Luzerner Polizei Geld

PERSONALROCHADE ⋅ Die Luzerner Polizei wartet mit der Neubesetzung des stellvertretenden Kommandanten bis 2019. Damit gewinnt das Korps nicht nur Zeit.
12. Januar 2018, 04:39

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Erneut erfährt die Spitze der ­Luzerner Polizei einen Umbau. Nach gerade einmal drei Jahren verlässt der stellvertretende Kommandant Georges Dumont (52) auf Ende April das Korps Richtung Privatwirtschaft. Und sein Vorgänger als stellvertretender Kommandant, Kripo-Chef Daniel Bussmann (58), tritt Ende 2018 in den vorzeitigen Ruhestand (Ausgabe vom Donnerstag).

Bussmann will sich gegenüber unserer Zeitung nicht zu den Gründen seiner Frühpen­sionierung äussern. Laut Kommandant Adi Achermann ist die ­Änderung des Luzerner Pensionskassenreglements ein Hauptgrund. Demnach kann Bussmann noch von besseren Rentenbedingungen profitieren. Aber auch Verfahren wie der Fall Malters hätten an den Kräften gezehrt. Für Bussmann wird vor­aussichtlich im Februar per Stelleninserat ein Nachfolger gesucht. Derweil gibt es zur Nachfolge von Georges Dumont noch einige Fragezeichen.

Interessenkonflikt zwischen Korps und Abteilung?

Ob und inwiefern die Position von Georges Dumont neu besetzt wird, entscheidet die Luzerner Polizei erst auf das Jahr 2019. Bis dahin wird Thomas Christen, Chef der Verwaltungspolizei, die Funktion interimistisch wahrnehmen. Stellt sich die Frage, ob diese Zwischenlösung den Empfehlungen von Jürg Sollberger entspricht.

Zur Erinnerung: Der Berner alt Richter Jürg Sollberger untersuchte 2013 im Auftrag des Regierungsrats die Polizeikrise. Die Regierung kam aufgrund von Sollbergers Bericht zum Schluss: «Bisher hat der stellvertretende Kommandant gleichzeitig die Interessen des Gesamtbetriebs und die Interessen seiner Abteilung vertreten. Das hat sich nicht bewährt.» Laut Kurt Graf, Mediensprecher der Luzerner Polizei, sind die Empfehlungen Sollbergers durchaus berücksichtigt worden: «Heikel wäre es, wenn der stellvertretende Kommandant gleichzeitig auch eine Frontabteilung leiten würde. Das war bei Georges Dumont und ist bei Thomas Christen nicht der Fall.» Mit Frontabteilung ist neben der Kriminalpolizei auch die Sicherheits- und Verkehrspolizei gemeint.

Die Interimslösung wird der Luzerner Polizei nicht nur Zeit verschaffen, sondern dem von Sparmassnahmen nicht verschonten Korps auch in finanzieller Hinsicht helfen. Schliesslich wird ab Mai dieses Jahres ein Kaderlohn eingespart. Um wie viel Geld es sich handelt, ist unklar. Gemäss kantonaler Besoldungsverordnung verdient das oberste «Führungskader der Verwaltung, der Gerichte und der Strafverfolgungsbehörden» je nach Lohnklasse zwischen 107 000 und 199 000 Franken pro Jahr.

Eine Entschädigung für Dumont in Form einer Abfindung ist gemäss Personalgesetz nicht möglich. Kurt Graf sagt dazu: «Wir halten uns da an das geltende Personalrecht.»

Federico Domenghini, Präsident des Verbands Luzerner Polizei, war gestern weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen.


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