Ortsplanung Adligenswil: Abstimmung trotz Einsprache

ADLIGENSWIL ⋅ Die revidierte Ortsplanung kommt endlich vors Volk – im Gebiet Obmatt droht aber ein weiterer Gerichtsfall.
09. November 2017, 06:56

Am 26. November stimmt die Adligenswiler Bevölkerung über die revidierte Ortsplanung ab. Anstatt der ursprünglich vorgesehenen rund 70'000 Quadratmeter Neubauland sollen nun aber nur noch rund die Hälfte davon eingezont werden. Nötig wurde diese Reduktion aufgrund einer Einsprache der Stiftung Landschaftsschutz, die vom Bundesgericht gestützt wurde. Statt Wachstum nach aussen lautet die Devise nun innere Verdichtung. Insgesamt soll so neuer Wohnraum für rund 300 zusätzliche Einwohner entstehen.

Die Stiftung Landschaftsschutz ist damit einverstanden. Aufgrund der erneuten Auflage sind aber drei weitere Einsprachen eingegangen. Zwei konnten gütlich bereinigt werden. Bei der dritten wurden sich Einsprecher und Gemeinde nicht einig.

Volk befindet bald über Einsprache

«Es ist Zeit, dass es nun endlich vorwärts geht», sagte der Adligenswiler Bauvorsteher Peter Stutz an einer öffentlichen Orientierung am Dienstagabend. Die Adligenswiler Bevölkerung soll deshalb am 26. November gleichzeitig mit der revidierten Ortsplanung über die hängige Einsprache befinden.

Die Einsprache betrifft die Überbauung Obmatt. Dort sollen auf einer Fläche von rund 11'000 Quadratmetern Doppel- und Mehrfamilienhäuser und Wohnraum für gut 100 Personen entstehen. Der private Einsprecher meldete sich am Orientierungsabend selber zu Wort. Er stört sich vor allem an der geplanten Erschliessung des Gebiets.

«Gefahr für Schulkinder wegen Mehrverkehr»

Gemäss Ortsplanung ist vorgesehen, dass die Erschliessung mehrheitlich über die südliche Wohnstrasse Obmatt erfolgt. «Dabei handelt es sich aber um eine schmale Quartierstrasse ohne Trottoir, die auch eine Spielstrasse für Kinder ist», so der Einsprecher. Mit der Neuüberbauung entstehe wesentlicher Mehrverkehr, der Schulkinder und weitere Passanten zusätzlich gefährde.

«Mir geht es um den Sicherheitsaspekt», so der Einsprecher. Er fordert deshalb, dass das Gebiet Obmatt zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Der obere Teil solle über die breitere nördliche Obmattstrasse mit Trottoir erschlossen werden, der untere Teil über die Wohnstrasse Obmatt: «An diesem Vorschlag werde ich festhalten.» Auch dass an dieser prominenten Lage vor allem grosse Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, sei ein Fehler, findet der Einsprecher, der vor rund 30 Jahren dort hingezogen ist.

Etappierte Überbauung in den kommenden Jahren

Ob er seine Einsprache nach einem Volks-Ja zur revidierten Ortsplanung auf gerichtlichem Weg weiterziehen würde, lässt er offen. Was würde in einem solchen Fall geschehen? «Das hängt vom Regierungsrat ab, der nach der Abstimmung die Orts­planungsrevision genehmigen muss», sagt Gemeinderat Peter Stutz. Für den Beschwerdeführer wäre es möglich, den Rechtsweg zu beschreiten. Die neu eingezonten Gebiete sollen in den kommenden Jahren etappiert überbaut werden.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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