Auto fährt in Personengruppe – Opfer waren im Autohandel tätig

LUZERN ⋅ Drei Polen sind in der Nacht auf Sonntag im Ibach von einem Wagen angefahren worden. Ein Mann starb dabei. Die Polizei konnte die mutmasslichen Unfallverursacher festnehmen.
Aktualisiert: 
06.08.2017, 19:00
06. August 2017, 12:44

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag fuhr ein Wagen an der Reusseggstrasse in Luzern in drei Männer. Einer davon verstarb noch auf der Unfallstelle, die anderen beiden wurden mit schweren respektive leichten Verletzungen von der Ambulanz ins Luzerner Kantonsspital transportiert. 

Der Vorfall ereignete sich um zirka 2.15 Uhr im Bereich der Einfahrt zur ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) – etwas oberhalb davon befindet sich der Strassenstrich. Die drei Männer waren zu Fuss in Richtung Seetalplatz unterwegs, als sie vom Auto, welches in die gleiche Richtung fuhr, angefahren wurden. Bei den Opfern handelt es sich gemäss Luzerner Polizei um drei Polen im Alter von 37, 38 und 44 Jahren. Ums Leben gekommen ist der Älteste. 

Opfer sind erst seit kurzem in der Schweiz

Was diese drei Männer vorhatten oder woher sie genau gekommen waren, ist noch Gegenstand laufender Ermittlungen, wie Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, sagt. Fest steht: Die Polen befinden sich erst seit kurzem in der Schweiz und wohnten temporär bei einem Bekannten in einer Agglomerationsgemeinde. Gemäss Polizeisprecher sind die drei Männer im Autohandel tätig.

Die Fahrzeuglenker waren nach dem Vorfall ohne anzuhalten weitergefahren. Alarmiert wurde die Polizei von einer Drittperson, welche einen Knall gehört hatte, sagt Wigger. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung nach dem Fahrzeug ein. Hinweise auf den Wagen könnten unter anderem Überwachungskameras gegeben haben, wie etwa jene bei der Sedel-Autogarage. Woher die Hinweise auf das Fahrzeug genau gekommen sind, will Wigger nicht sagen: «Wir überprüfen im Rahmen der Fahndung alle Ermittlungsansätze – dazu gehören etwa auch Aufzeichnungen von Kameras.» 

Das Fahrzeug – ein silberner Personenwagen – konnte am Sonntagvormittag von der Polizei sichergestellt werden. In diesem Zusammenhang nahm die Polizei zwei Männer fest. Ob es sich bei den beiden Personen ebenfalls um Polen handelt oder wie alt die mutmasslichen Täter sind, kann Wigger aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

Fakt ist: Die Opfer waren im Autohandel tätig. Da macht man sich wahrscheinlich nicht nur Freunde. Könnte es sein, dass die mutmasslichen Täter und die Opfer sich kannten und es sich nicht um einen Autounfall handelt? Wigger: «Das wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.» Fest steht: Ein Terroranschlag kann ausgeschlossen werden. Die Polizei untersucht nun unter anderem, ob die beiden festgenommen Männer zum Zeitpunkt der Vorfalls den Wagen fuhren. Des weiteren wird abgeklärt, ob das Auto zu schnell unterwegs war und ob beim Unfall Alkohol oder Drogen im Spiel waren.

Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zum genauen Unfallhergang machen können. Diese werden gebeten, sich bei der Luzerner Polizei zu melden (Telefonnummer 041 248 81 17).

Bei der Einfahrt zur Kehrichtverbrennungsanlage Ibach kam es in der Nacht auf Sonntag zu einem schweren Unfall mit einer toten Person.

Video: Auto rast in Personengruppe

In der Nacht auf Sonntag fuhr ein Auto im Ibach in eine Personengruppe. Eine Person starb, zwei weitere Personen wurden verletzt. Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen. Sie klärt ab, ob es sich um einen Unfall handelt. (Tele1, 6. August 2017)



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