Erweiterung Cheerstrasse: Unterführung steht auf der Kippe

LITTAU ⋅ Die Erweiterung der Cheerstrasse wird deutlich teurer als geplant. Deshalb will die Baukommission des Stadtparlaments das Projekt abspecken.
Aktualisiert: 
15.05.2017, 19:00
15. Mai 2017, 13:54

Die Baukommission des Grossen Stadtrates stimmt der Erweiterung der Cheerstrasse im Stadtteil Littau zu. Sie beantragt jedoch eine substanzielle Reduktion des Projekts und entsprechende Kosteneinsparungen. Verzichtet werden soll auf den Bau einer Rad- und Personenunterführung beim Bahnhof Littau sowie auf flankierende Massnahmen bei der Cheerstrasse nördlich des Bahnhofs (Umbau in eine Quartierstrasse). 

Der Zusatzkredit, den der Stadtrat für die Cheerstrasse beantragt, würde sich so um mehr als die Hälfte reduzieren – von 9 Millionen Franken auf 4,36 Millionen Franken. Die Rad- und Personenunterführung wurde von der Baukommission «klar abgelehnt – nur eine Minderheit war dafür», sagt Präsidentin Laura Grüter (FDP). «Die Mehrheit war der Meinung, ein Niveauübergang für den Fuss- und Veloverkehr – so wie er ursprünglich im Littauer Projekt vorgesehen war – wäre unter Berücksichtigung aller Aspekte des Projektes die bessere Lösung», so Grüter. 

Die Cheerstrasse verbindet Littau Dorf mit dem Littauerboden. Um den Verkehrsfluss und die Sicherheit beim Bahnübergang Littau zu verbessern, soll sie eine neue Linienführung erhalten und die Bahnlinie künftig im Gebiet Bodenhof via Unterführung queren. Dafür bewilligte die Bevölkerung der damaligen Gemeinde Littau 2009 einen Kredit von 13,8 Millionen. Jetzt, acht Jahre später, soll das Projekt deutlich mehr kosten, nämlich 24,3 Millionen Franken.

Deshalb muss nun das Parlament über den erwähnten Zusatzkredit befinden. Der Stadtrat macht dafür neben der Teuerung vor allem die neu ins Projekt aufgenommenen Zusatzmassnahmen verantwortlich, darunter eben die Rad- und Personenunterführung beim Bahnhof Littau. Allerdings hofft der Stadtrat, dass sich die SBB an dieser Unterführung finanziell beteiligen. Denn die SBB planen per 2023 einen grösseren Umbau des Bahnhofs. Die Verhandlungen von Stadt und SBB laufen noch.

SVP erfreut über Entscheid der Kommission

Die massiven Mehrkosten sorgen bei den politischen Parteien für Besorgnis. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung (Ausgabe vom 6. Mai). Einer, der sich seit Jahren vehement für den Bau der Umfahrungsstrasse einsetzt, ist Peter With, Präsident der städtischen SVP. Er ist «erfreut über den Entscheid der Baukommission. Die Rad- und Personenunterführung war im ursprünglichen Projekt nicht vorgesehen. Wichtig ist, dass die Strasse realisiert wird. Dann steigen auch die Kosten nicht.»

Ein abgespecktes Projekt habe auch grössere Chancen an der Urne, falls es zu einem Referendum kommen sollte. Ganz anders sieht dies Korintha Bärtsch, Fraktionschefin der Grünen. Die Grünen sind gegen die neue Umfahrungsstrasse – und wenn sie doch gebaut wird, dann wenigstens mit den Verbesserungen für Fussgänger und Velos. «Es wäre falsch, die Unterführung aus dem Projekt zu streichen nur aus der Motivation heraus, das Projekt kostenmässig massiv reduzieren zu wollen», sagt Bärtsch. 

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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