Kommentar

13er-Liste: Das ist erst der Anfang

Balz Bruder, Blattmacher, über die 13er Liste.
16. Juni 2017, 07:24

Manchmal lohnt es sich, mutig voranzugehen. Auch wenn zum Zeitpunkt, da etwas ins Auge gefasst wird, noch nicht bis ins letzte Detail klar ist, wie die Sache ausgehen wird. Exakt so verhält es sich bei der Luzerner 13er-Liste, einer schweizerischen Pioniertat bei der Umsetzung des Prinzips ambulant vor stationär.

Dass sich die Gesundheitsdirektion von den mit drohendem Unterton vorgetragenen Bedenken von Ärzte- und Spitalseite nicht beirren liess, ist konsequent. Gewiss, der Ausgangspunkt für den Schrittwechsel bei der Behandlungsart ist im Kanton finanzpolitisch motiviert. Dagegen ist so lange nichts einzuwenden, als erstens nicht nur Kosten vom einen Finanzierer zum andern verschoben werden – und zweitens ein Patientennutzen ausgewiesen werden kann. Das heisst: Es darf künftig günstiger sein, aber das medizinische Resultat muss ambulant mindestens gleich gut sein wie stationär, und die Kommodität für den Patienten muss spürbar besser sein.

Das ist auch der Weg, der in Zukunft zu beschreiten sein wird. Nicht nur, wenn es zwischen ambulant und stationär zu trennen gilt, sondern auch, wenn es darum geht, unnötige Behandlungen zu minimieren. Dies vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsausgaben pro Kopf im kommenden Jahr auf über 10000 Franken steigen werden. Und die Diskussion über die Dämpfung des Kostenwachstums im Gesundheitswesen nicht ohne den Ansatz «weniger ist manchmal mehr» geführt werden kann.

 

Balz Bruder, Blattmacher

balz.bruder@luzernerzeitung.ch


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