Das wahre Leben flanierte durchs Dorf

REIDEN ⋅ Der Umzug wurde neu auf den Freitagnachmittag gelegt. Das lockte viele zusätzliche Zuschauer an, was den Kaffeekonsum kräftig ankurbelte. Auch die Werbetrommel wurde gerührt.
10. Februar 2018, 10:44

Yvonne Imbach

kanton@luzernerzeitung.ch

Drei ohrenbetäubende Knalle kündigten gestern Nachmittag pünktlich um 14 Uhr den Start des Fasnachtsumzuges in Reiden an. Dieser wurde vom neuen, rein weiblichen Sechser-Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Reiden vom früheren Austragungstag Dienstag auf den Freitag vorverlegt. Das kam gut an. Sowohl Präsidentin Rita Stanger wie auch der im Einsatz stehende Polizist waren sich einig: «Es sind deutlich mehr Zuschauer als die letzten Jahre gekommen.»

Die Neugierde der Zuschauer wurde aber zunächst auf die Probe gestellt. Denn nach der Nummer 1, der ortsansässigen Guuggenmusig Wegere Pflotscher, welche die Copacabana nach Reiden City brachte, passierte eine Weile gar nichts. Dann aber zog das pure Leben durch die Strasse.

Festlaune steckte an

Die Urisk Reiden präsentierten, wie sie sich ein Leben in Las Vegas vorstellen. Elvis «The King» persönlich schritt voran, ein paar spielsüchtige Glamour-Ladys kamen nach, und schliesslich stolzierte ein frisch vermähltes Brautpaar vorbei. Kein Wunder also, wurde die nachfolgende Truppe, die Einachserfreunde Wiggertal, von deren Festlaune angesteckt. Sie rollten mit einem Party-Wagen und einer riesigen Torte durch die Menge. Sollten all die Festivitäten für durstige Kehlen sorgen, hatte die Sportgruppe Reiden das passende Getränk kreiert: den Dogseco für den verwöhnten Hund.

Apropos verwöhnen: Die sonst auf dem Land üppig ausfallenden Kafi «mit» wurden rar ausgeschenkt. Rechnete man vielleicht mit weniger Publikum? Waren deshalb am Umzugsende die Kannen leer? Der Stimmung tat’s nicht weh, denn für viel Abwechslung sorgten die nun Schlag auf Schlag vorbeiziehenden Nummern. Gleich drei Nummern widmeten sich der «Werbung in eigener Sache»: So wies der Gewerbeverein auf die REGA’18 hin, wenn im September die Gewerbeausstellung hundert Jahre alt wird. Die St. Niklausengesellschaft Uffikon zeigte auf einer Tafel, dass es noch exakt 133 Tage dauert, bis das 62. Zentralschweizerische Jodelfest in Schötz stattfinden wird. Und der Turnverein Reiden pries an, dass er im Januar 2019 die legendäre Turnervorstellung durchführen wird. Da kam der mitreissende Sound der drei Guuggenmusigen zu den «Werbeblöcken» gerade richtig.


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