Der Einwohnerrat zeigt gelbe Karte

RECHNUNG KRIENS ⋅ Die Rechnung der Gemeinde Kriens ist vom Einwohnerrat einstimmig genehmigt worden. Doch viele Parlamentarier setzten ein Zeichen der Unstimmigkeit.
18. Mai 2017, 16:09

Die Gemeinde Kriens hat letztes Jahr eine Grenze überschritten: Das Eigenkapital ist aufgebraucht, es liegt ein Finanzfehlbetrag vor. Dass dies bei der Beratung der Rechnung 2016 im Krienser Einwohnerrat keine Begeisterung auslösen wird, war zu erwarten. Die Unzufriedenheit mit der Finanzlage machten FDP und SVP bei der Abstimmung über die Rechnung deutlich, indem sie sich der Stimme enthielten. Sie hatten das Budget 2016 mit dem Referendum bekämpft. Die Rechnung wurde schliesslich mit 15 zu 0 Stimmgen genehmigt. 11 Einwohnerräte enthielten sich. 

Die Rechnung schliesst mit einem Defizit von 2,49 Millionen Franken, was praktisch einer Punktlandung entspricht. Nachdenklich stimmte den Einwohnerrat der Bevölkerungsrückgang. Laut Martin Zellweger (SVP) zeugt dies von «falschem Optimismus in der Planung». 

Steuerkraft ist gestiegen

Zu reden gaben auch die Steuereinnahmen, die mit 73,1 Millionen Franken um 2,5 Millionen tiefer ausfielen als erwartet. Immerhin sei die Steuerkraft der Haushalte gestiegen, sagte Judith Mathis-Wicki (CVP): «In den nächsten Jahren rechnen wir mit einem steigenden Ertrag.» Mehrfach gelobt wurde, dass die tieferen Einnahmen mit Sparmassnahmen ausgeglichen wurden. Michael Portmann (SP) sprach von einem «gut greifenden internen Kontrollsystem». Die Gemeinde habe «ein Desaster abgewendet», sagte Martin Zellweger.

Dass Kriens 2016 ein Defizit schreibt und das Eigenkapital aufbraucht, war budgetiert. 2018 soll eine schwarze Null resultieren. Viktor Bienz (CVP) brachte es namens der Kommission Bau, Verkehr und Umwelt auf den Punkt: «Kriens ist pleite – aber zuversichtlich.»

Christian Glaus
 


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