Der Geisterzug nimmt Fahrt auf

08. Januar 2018, 07:12

Triengen Der Wind heult und rüttelt am Gebäude, der Regen peitscht an die Scheiben, das nächste Haus ist weit entfernt – es gibt keine Alternative, die sechs gestrandeten Zugpassagiere müssen die Nacht wohl oder übel in dem schäbigen Bahnhofgebäude im Nirgendwo an der französisch-spanischen Grenze verbringen. Es gilt, sich in dieser zufälligen Schicksalsgemeinschaft zu arrangieren. Dazu gehört auch der eigenartige Teddie Cartouche. Hinzu kommt die seltsame Geschichte eines Geisterzugs – da sind aufs Mal unheilvolle Geräusche, Silhouetten, der tote Stationsvorstand. Die ungleichen Passagiere rücken notgedrungen zusammen. Das Stück «Der Geisterzug» auf der Bühne im Forum Triengen hat seine unheilvolle Fahrt aufgenommen und nimmt das Publikum mit ins Ungewisse.

Ganz einfach «ein Angefressener»

Mit dabei auf der Trienger Theaterbühne ist auch diesmal Beat Erni. «Ich bin halt ein Angefressener», sagt der 54-Jährige. Er ist seit 2005 in jedem Stück dabei. Als Darsteller, Regisseur, Produktionsleiter, Bühnenbauer, auch als Bühnenmaler. Der «Shabby-Look» des aktuellen Bühnenbildes etwa geht ebenfalls auf seine Kosten. Für viel Farbe sorgt er auch im Geschehen. Er spielt den Teddie Cartouche, der süffisant lächelt, wenn die andern vor Angst zittern; der witzelt, wenn die andern auf Panik machen. «Ich sah ganz klar Beat Erni in dieser Rolle», so Regisseur Ferdinand Ottiger. «Er kann eine Rolle prägen, eigenständige Figuren kreieren.» Dies gelingt Beat Erni auch diesmal eindrücklich. Die anderen Mitwirkenden überzeugen genauso. Ein echt spannender «Geisterzug» ist auf der Bühne des Forums Triengen unterwegs. Das Premierenpublikum verdankte die tolle Leistung mit begeistertem Schlussapplaus.

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Aufführungen: 12., 14., 17. und 20. Januar im Forum Triengen. Infos unter theater-triengen.ch.


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