Tausende Velofahrer und Fussgänger feiern das «Freigleis»

LUZERN ⋅ Mit einem Volksfest wurde die neue Veloverbindung zwischen Luzern und Kriens eingeweiht. Der Taufname soll an die frühere Nutzung erinnern – und steht laut dem Krienser Gemeindepräsident als Symbol dafür, was Velofahren bedeutet.
13. Mai 2017, 10:46

Die Helme haben sie aufgesetzt. Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula nimmt vorne Platz und steuert – der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget winkt von hinten den Passanten zu und pedalt. Gemeinsam waren die Macher der Veloverbindung zwischen dem Neubad und dem Mattenhof am Samstag unterwegs. Auf dem Tandem. Die Einweihung des 4,8 Millionen Franken teuren Weges stand an. Zwar ist dieser auf dem ehemaligen Zentralbahn-Trassee bereits seit rund fünf Monaten in Betrieb, doch eines fehlte bis anhin: Die Taufe und damit die Namensgebung.

«Freigleis» heisst der Weg, sagte Wiget am Samstag an der Eröffnungsfeier. «Der Name erinnert daran, dass hier einst ein Gleis war und dieser Raum nun freigemacht wurde.» Ebenso gebe es viele Freizeitinstitutionen entlang des Weges und Velofahren sei ja sowieso eine Aktivität, die für Freiheit stehe.

Der Name ging aus einem Wettbewerb hervor, bei dem 310 Vorschläge eingereicht wurden. Eine Jury aus Vertretern der Stadt Luzern, der Gemeinde Kriens und angrenzenden Quartiervereinen hat die Gewinner bestimmt, die am Samstag einen Gutschein von 600 Franken für eine Velogeschäft aus der Region erhielten. Der Vorschlag kam von Sibylle Peter und vier ihrer Freundinnen und Freunde. «Wir hatten einen lustigen Abend. Das Wort Freigleis ist uns spontan in den Sinn gekommen», sagte sie. Ausgangspunkt seien die Wörter «Freigeist» und «Freizeit» gewesen.

Die Taufe – die sich die Verantwortlichen inklusive Öffentlichkeitsarbeit rund 200 000 Franken kosten liessen – wurde am Samstag mit einem Volksfest gefeiert. Tausende Velobegeisterte haben die gut 100 Attraktionen entlang des Weges besucht. Heidi Lampart aus Littau ist mit ihren zwei Enkeln gekommen. Sie habe den neuen Veloweg schon öfters benutzt. «Er ist schön geworden. Aber man muss vorsichtig sein, weil viele Velofahrer hier schneller fahren als sonst.»

Am Samstag allerdings wurde im gemütlichen Tempo geradelt. Auch Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität der Stadt Luzern, war vor Ort. In naher Zukunft würden mehrere Veloprojekte anstehen, sagt er. Neben zahlreichen «kleineren Verbesserungen für den Veloverkehr», sei derzeit vor allem ein Projekt aktuell. Am Bundesplatz prüft die Stadt den Bau einer direkten Veloverbindung zwischen der Neustadt- und Zentralstrasse. Damit müssen die Velofahrer in Zukunft Richtung Bahnhof nicht mehr über den Bundesplatz. Derzeit laufe eine Machbarkeitsstudie, sagt Urwyler. Die Umsetzung sei dann auf das Jahr 2021 geplant.

Christian Hodel

  • Luzerner Zeitung AG
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Am Samstag fand die offizielle Eröffnung des neuen Velohighways und Fusswegs statt. Hier finden Sie einige Impressionen.

Video: Der neue Velo-Highway zwischen Luzern und Kriens

Der Veloweg zwischen Neubad und Mattenhof wird am 13. Mai offiziell eröffnet. Leser Marco Vogel hat bereits vorher einen Augenschein genommen. (Leser Marco Vogel, 11.05.2017)




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