Starke Monsterchen am «Chendermonschter» in Luzern

FASNACHT ⋅ Wohl nirgends wird die Fasnacht so kreativ an die nächste Generation weitergegeben, wie am Kinderumzug der Vereinigte.
13. Februar 2018, 17:30

Yvonna Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Punkt 14.30 Uhr schränzten am Dienstagnachmittag beim Mühlenplatz die Spöitzer los und führten den scheinbar endlosen Zug an kostümierten Kindern und Eltern durch die Rössligasse an. Die Route des Chendermonschters durch die Luzerner Altstadt war bereits eine halbe Stunde vorher von mehrreihig stehenden Zuschauern gesäumt. Die defilierenden Figuren wurden emsig mit Konfetti eingenebelt. Doch diese wussten sich zu wehren, indem sie selber Konfetti zurück warfen. Als willkommenes Wurfgeschoss dienten auch Bonbons, Gummibärchen und Schöggeli. Selbst echtes Gelati wurde von der Gruppe verteilt, die sich ganz «bella italia» verschrieben hatte. Die Sujets waren an Vielfalt nicht zu überbieten. Bauarbeiter, Coiffeure oder Fischer gab es aus der Sparte «Berufe». Trumpf waren aber starke Figuren wie Pippi Langstrumpf, Vikinger, Cowboys oder Ritter. Gar Caesar und der Papst defilierten durch die Gassen – dazwischen sorgten sechs Guuggenmusigen für Stimmung. 

Keine Anmeldung für Umzug nötig

An Fantasie und Kreativität mangelte es während den 80 Minuten nicht. Wie viele Gruppen jeweils mitmachen, ist schwierig zu schätzen, denn es ist keine Anmeldung erforderlich. Unter www.vereinigte.ch gibts die Infos, wenn man fürs nächste Jahr gluschtig geworden ist. So wie zum Beispiel Familie Strassmann aus Luzern, die das Motto «Umzug» auf ihre Art auslegte und als Packesel der «IG Umzug» mit riesigen Kartonbergen in den Armen die Route bestritt. Gemütlicher nahm es die Gruppe, welche als Schlafmützen unterwegs war und eine eigene Kurzschlafstelle in Form eines bequemes Sessels mitzog. «Wenn man während der Fasnacht mal ein Nickerchen nötig hat, darf man das bei uns gerne tun», sagte die eine Mama Schlafmütze.

Eine gute Idee hatte die Gruppe Fische, die mehrere ganz kleine Nemo-Fischchen dabei hatte. Jeder junge «Nemo» trug ein Schild mit seinem richtigen Vornamen um den Hals mit dem Hinweis: «Bitte ruf mich an, wenn ich meine Gspändli verloren habe» sowie eine Handynummer. So ging bestimmt kein noch so kleines Monsterchen verloren, und alle konnten am Umzugsende das gesponserte Guuggerbrötli und den Tee geniessen.

  • (© Roger Grütter)
  • (© Roger Grütter)
  • (© Roger Grütter)

Am Dienstag, 13. Februar, fand in der Stadt Luzern der Chendermonschter-Umzug statt.

Video: Luzerner Fasnacht 2018: «Chendermonschter» am Güdisdienstag

Die Fasnacht wird wohl nirgends so kreativ an die nächste Generation weitergegeben, wie am Kinderumzug der Vereinigte am Güdisdienstag in Luzern. (rem / mbe, 13.02.2018)




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