Die Gefahrenkarte Wasser der Stadt Luzern ist aktualisiert

HOCHWASSERSCHUTZ ⋅ Welche Gebiete in der Stadt Luzern sind hochwassergefährdet? Wo gibt’s deshalb Einschränkungen bei Neu- oder Umbauten? All dies zeigt die überarbeitete Gefahrenkarte Wasser der Stadt Luzern auf, die ab sofort aufgeschaltet ist.
13. November 2017, 08:24

Der Stadtteil Luzern verfügte bereits zur Zeit der Fusion mit der Gemeinde Littau im Jahr 2010 über eine Gefahrenkarte Wasser. Diese wurde 2005 fertiggestellt, entsprach aber nicht mehr den neusten Anforderungen: In der bestehenden Gefahrenkarte waren zwar die von Überflutung betroffenen Flächen ausgeschieden.

Welches Gewässer als Quelle für die jeweilige Überflutungen galt, konnte jedoch nicht nachvollzogen werden. Konkrete Massnahmen zu ergreifen war kaum möglich, wie die Stadt Luzern am Montag mitteilte. Zusätzlich war die Gefahrenkarte Wasser der Gemeinde Littau unvollständig. Die beiden Gefahrenkarten wurden nun für das gesamte Gemeindegebiet Ende 2015 auf den aktuellen Stand gebracht.

Neu hat auch die Gemeinde Kriens zusammen mit dem Kanton die Gefahrenkarte Wasser für Kriens erarbeitet. Der Krienbach hat einen erheblichen Einfluss auf die Hochwassergefährdung insbesondere der Luzerner Quartiere Neustadt und Kleinstadt. Diese Arbeiten waren noch nicht abgeschlossen, weshalb ein Teil der Luzerner Gefahrenkarte unvollständig blieb.

Im Oktober 2017 konnte die Gefahrenkarte Wasser der Gemeinde Kriens fertig erstellt werden. Somit können auch im Neustadtquartier und der Kleinstadt wieder aussagekräftige Angaben zur Gefährdung durch Hochwasser gemacht werden. Am 9. November 2017 wird die neue Naturgefahrenkarte Wasser für die Stadt Luzern auf dem kantonalen Geoportal online für alle einsehbar aufgeschaltet.

Neue Gefahrenherde im Stadtteil Luzern haben sich in letzter Zeit keine herauskristallisiert. In Littau hingegen ist zum Beispiel der Staffeltälibach hinzugekommen. In Zusammenhang mit dem Schulhausneubau Staffeln werden dort nun entsprechende Massnahmen realisiert.

pd/zim

Deshalb braucht es die Naturgefahrenkarten

Naturgefahrenkarten zeigen, wo in der Schweiz Siedlungen und Verkehrswege durch Hochwassergefahren, Rutschungen, Sturzprozesse und Lawinen bedroht sind. Sie sind folglich wichtige Instrumente zur Planung und Ausführung von Schutzmassnahmen, speziell in Siedlungsgebieten. Zudem geben sie Auskunft über die zu erwartenden Intensitäten (Ausmass) und die Wahrscheinlichkeit, mit der das Ereignis eintreten kann. Die Gefahrenkarten sind behördenverbindlich, müssen periodisch nachgeführt und die Zonen- respektive Nutzungspläne entsprechend angepasst werden.

Gebraucht werden Gefahrenkarten von den Behörden bei der Beurteilung von Baugesuchen. Zudem dienen sie Liegenschaftsbesitzern als Informationsquelle betreffend möglicher Gefährdungen. Gefahrenkarten dienen ausserdem der Sensibilisierung der Bevölkerung. Die Naturgefahrenkarten werden von den Kantonen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und externen Spezialisten erstellt. Sie können auf den kantonalen Geoportalen eingesehen werden. (pd/zim)

Anzeige: