Die Landjugend ist auch Lebensschule

ESCHENBACH ⋅ Früher galt die Landjugend als Heiratsmarkt für ledige Bauern. Heute vernetzt sie vor allem junge Handwerker – und hat regelmässig einen grossen Auftritt.
09. Oktober 2017, 04:38

«Dass bei der Landjugend meist Bauern mitmachen, ist ein Klischee. Heute sind es vor allem junge Handwerker ab 15, 16 Jahren», sagt Kurt Bühlmann (24), der seit 2011 bei der Landjugend Seetal eines von 53 aktiven Mitgliedern ist und dem Verein seit drei Jahren als Präsident vorsteht. «Bei uns gibt es diverse Organisationskomitees, wo man mitmachen kann und erste Erfahrungen in Vereinsarbeit, Organisation und vernetztem Arbeiten sammeln kann. Für viele schlägt dies die Brücke ins Erwachsenenalter und hilft im Berufsleben», so Bühlmann.

Dabei dürften auch mal Fehler passieren, denn nur so sammle man Lebenserfahrung. «Die älteren Mitglieder stehen den Jungen mit Rat und Tat zur Seite, was den Zusammenhalt stärkt», sagt Thomas Bieri (37), das älteste Mitglied. «Eigentlich verlässt man die Landjugend um die dreissig, wenn man heiratet und die Kinder kommen. Dann verlagern sich die Interessen.» Doch der Familienvater führte die letzten vier Mal Regie im alle zwei Jahre stattfindenden Theater, steht dieses Jahr wieder selbst auf der Bühne und gilt wohl ein bisschen als «graue Eminenz» des Vereins.

«Bauernstücke kommen gut an»

Auch in diesem Jahr hat sich die Landjugend Seetal mit dem Stück «Bauer mit Grill sucht Frau mit Kohle» einen ländlichen Schwank aus der bewährten Feder von Josef Brun auf die Fahne geschrieben. «Bauernlustspiele kommen bei unserem Publikum einfach gut an. Vielleicht legen wir den Inhalt auch etwas anders aus, weil wir alles junge Spieler sind», sagt Thomas Bieri, der den Knecht Jöggu herrlich bauernschlau spielt. Regie führt dieses Jahr Renate Werder-Bossart, die sonst mit der Trachtengruppe Ballwil Theaterproduktionen erarbeitet. Worin erlebte sie den grössten Unterschied in den rund 30 Proben mit den jungen Spielern? «Ich erlebte ein sehr engagiertes Ensemble, es hat mir grosse Freude gemacht. Aber die Jungen haben viel mehr um die Ohren in Beruf und Ausbildung, etwas weniger Absenzen wären schön gewesen», schmunzelt sie.

 

Yvonne Imbach

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis: Weitere Aufführungen: Freitag, 13. Oktober, und Samstag, 14. Oktober, jeweils 20 Uhr im Lindenfeldsaal Eschenbach. Reservation: Telefon 077 498 83 88, ab 18 Uhr.


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