Ein «Freigleis» für den Osten

VELOS ⋅ Die neue Langsamverkehrsachse zwischen Luzern und Kriens soll ein Pendant im Rontal erhalten. Auch dieses Projekt hat einen engen Bezug zur Eisenbahn.
13. Juni 2017, 05:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Luzern Süd hat bereits den Velo- und Fussweg «Freigleis» auf dem ehemaligen Zentralbahn-Trassee zwischen Kriens und Luzern. Nun soll im Osten von Luzern, im Rontal, eine Langsamverkehrsachse mit Bezug zur Bahn entstehen – der sogenannte «Gleisweg». «Geplant ist ein Veloweg zwischen der Luzerner Stadtgrenze und Root», sagt Nathalie Mil, Gebietsmanagerin Luzern Ost des Gemeindeverbands Luzern Plus.

Dieser Weg soll zunächst auf der Kaspar-Kopp-Strasse verlaufen und hinter dem Rotsee dann zu den Gleisen runterführen. Von dort an soll er entlang der Gleise bis ins Zentrum von Root verlaufen. «Der Weg ist vor allem für Velopendler gedacht», sagt Mil. Er soll weniger breit sein als das «Freigleis» in Luzern Süd.

Auf der Siedlungsseite gibt’s zu wenig Platz

Auf einigen Abschnitten wie der Kaspar-Kopp-Strasse oder zwischen der Mall of Switzerland und Root D4 gebe es bereits geeignete Velowege. Diese sind laut Mil jedoch nicht miteinander verbunden. «Das Ziel ist, den Langsamverkehr im Rontal zu stärken und die Sicherheit zu erhöhen. Es ist nicht besonders angenehm, auf der Kantonsstrasse, wo Tempo 60 gilt, Velo zu fahren.»

Der «Gleisweg» ist westlich der Gleise geplant – also nicht auf der Seite, wo sich die grossen Siedlungen und Firmen befinden. Diese sollen jeweils mit Querverbindungen erschlossen werden. Ob dazu Gleisunterführungen nötig sind, ist noch offen. «Der Grund für den Verlauf westlich der Gleise ist, dass auf der Ostseite teils Firmengelände stehen, die man aus Sicherheitsgründen nicht befahren darf», sagt Mil. «Auf der Westseite dagegen besteht neben den Gleisen genügend Platz.» Der genaue Verlauf des «Gleiswegs» steht aber noch nicht fest. Derzeit erarbeitet Luzern Plus mit den Rontaler Gemeinden ein Gesamtverkehrskonzept. In diesem Rahmen wird definiert, wer welche Rolle und Verantwortlichkeit hat. Gegen Ende Jahr sollen dann die konkreten Planungen beginnen.

Kosten von rund 4 Millionen Franken

Der Weg ist im kantonalen Agglomerationsprogramm der 3. Generation enthalten. Gemäss diesem ist eine Realisierung ab 2019 vorgesehen. Die Kosten werden auf knapp 4 Millionen Franken geschätzt, wobei dieser Betrag noch stark abweichen kann. Vorgesehen ist, dass der Bund 35 Prozent und die beteiligten Gemeinden 65 Prozent der Kosten übernehmen. Der Bund muss seinen Beitrag noch bewilligen.

Der «Gleisweg» ist nicht das einzige Langsamverkehrsprojekt im Rontal. Entlang der Ron soll ab 2020 ein Spazierweg entstehen (siehe Kasten). Ein weiteres Projekt ist der Rontaler Höhenweg – ein rund 12 Kilometer langer Wanderweg. Dieser wird gemeinsam von Honau, Gisikon, Root, Dierikon und Ebikon realisiert. Voraussichtlich wird die Strecke von der Kapelle Honau bis zum Unterlöchli in Ebikon verlaufen (Ausgabe vom 31. Mai). Eröffnet wird der Weg wahrscheinlich nächstes Jahr. Die genauen Kosten sind noch unklar.


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