Ein Hauch Tessin – dank neuer Projekte

HERBST ⋅ Die IG Pro Kastanie Zentralschweiz fördert Kastanienhaine in der Region. Als Nächstes sollen im Raum Küssnacht 50 neue Bäume gepflanzt werden. Und in Greppen jährt sich die Chestene-Chilbi zum 20. Mal.
12. Oktober 2017, 04:30

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Kastanienbäume erobern allmählich wieder unsere Region. Dies dank der Bestrebungen der Interessengemeinschaft (IG) Pro Kastanie Zentralschweiz. Innerhalb der letzten acht Jahre sind auf knapp 20 Hektaren Edelkastanienhaine auf 16 Flächen entstanden. 8 davon befinden sich im Kanton Luzern. Weitere Flächen werden folgen. «Wir möchten in den nächsten Jahren mehrere Projekte realisieren. Bei zweien davon sind wir nun konkret an der Umsetzung», sagt Josef Waldis, Präsident der IG Pro Kastanie. Das eine Projekt entsteht laut Waldis im Raum Küssnacht auf einer landwirtschaft­lichen Liegenschaft mit Wald. «Der Grundeigentümer ist bereit, nebst Wald auch Landwirtschaftsland für die Bepflanzung mit Edelkastanien zur Verfügung zu stellen», so Waldis.

Rund 50 neue Bäume sollen gepflanzt werden. Die Gesamtkosten für Räumung, Entbu­schung, Säuberung, Pflanzung und Pflanzenschutz betragen zirka 42 000 Franken. Der Fonds Landschaft Schweiz, welcher bisher zu einem grossen Teil für die Anpflanzung der neuen Kas­tanienhaine aufgekommen ist, habe einen Beitrag in Aussicht gestellt. «Es geht nun noch darum, dass auch die übrigen Partner wie der Bund, der Kanton Schwyz und der Bezirk Küssnacht ihre Beiträge sprechen», erklärt Josef Waldis. Da die Verträge noch nicht unterschrieben sind, gibt Waldis den genauen Standort des neuen Kastanienhains noch nicht bekannt.

Neue Kastanienallee im Kanton Luzern

Ein weiteres Projekt ist im Kanton Luzern geplant. Dabei geht es um eine Kastanienallee. Das Projekt sei allerdings noch nicht ganz spruchreif. «Wir sind aber zu­versichtlich, dass auch dieses ­Alleenprojekt realisiert werden kann», so Waldis.

Immer wieder ein Thema waren in den letzten Jahren Schädlinge und Krankheiten, die den Kastanien zusetzten. In der Zentralschweiz geht es vor allem um die Bekämpfung des Kastanienrindenkrebses, eines Pilzes, der sehr aggressiv ist und regelmässig bekämpft werden muss, indem befallene Äste und Kronenteile zurückgeschnitten werden. Zusätzlich wird mit einem Gegenpilz versucht, den Rindenkrebs in Griff zu bekommen. «Diese Massnahmen leiten wir kontinuierlich ein.» Dafür erwartet Waldis unter anderem finanzielle Unterstützung vom Kanton Luzern, so sehe es das Waldgesetz vor. Aufgrund des längeren budgetlosen Zustandes des Kantons habe man sich aber in Geduld üben müssen.

Bis die ersten Zentralschweizer «Chestene» genossen werden können, braucht es ebenfalls noch Geduld. «Edelkastanien werfen ab zirka zehn Jahren nach der Pflanzung einen ersten Ertrag ab», sagt Waldis. Unter anderem aus diesem Grund stammen die meisten Kastanien, die nun wieder an diversen Marroniständen erhältlich sind, aus dem Ausland. Waldis sagt: «Typische Schweizer Kastanienregionen wie das Tessin und das Bergell vermarkten den grössten Teil ihrer Kastanien in ihrer Region.»

Chestene-Chilbi-Gründer kürzlich verstorben

Apropos: Das Bergell ist heuer der Gastaussteller der Chestene-Chilbi in Greppen, die am Sonntag, 22. Oktober, stattfindet (siehe Hinweis). Die Chilbi findet zum 20. Mal statt. Darum gibt es am Abend zuvor, am 21. Oktober, um 17 Uhr im Mehrzweckraum von Greppen einen kleinen Eröffnungsanlass für die Bevölkerung mit einem Kurz­referat sowie einer Fotoausstellung vergangener Kastanienmärkte. Laut Waldis wurde die Chestene-Chilbi 1998 von Herbert Lampart ins Leben gerufen. «Er war auch Gründerpräsident der IG Pro Kastanie Zentralschweiz und ist leider vor kurzem verstorben.» Die Chestene-Chilbi sei heuer darum auch eine Würdigung und Erinnerung an Herbert Lampart.

An der diesjährigen Ausgabe warten insgesamt 74 Stände unter anderem mit vielen Kastanienprodukten auf die Besucher. Erwartet werden laut Waldis je nach Witterung 4000 bis 4500 Personen.

Hinweis: Chestene-Chilbi Greppen, 22. Oktober, 10–17 Uhr. Gratis Shuttle-Bus-Betrieb zwischen Greppen und Weggis Sportplatz Weiher (keine Parkiermöglichkeiten).


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