Erster Blick auf den neuen SGV-Katamaran

VIERWALDSTÄTTERSEE ⋅ Das im Dezember havarierte MS Diamant steht seit Freitag in der Werfthalle. Dafür musste ein anderes Schiff Platz machen: der Shuttle zum Bürgenstock. Er wird nun draussen fertig gebaut.
09. Februar 2018, 19:03

Gabriela Jordan

 gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch 

Alle Schiff-Fans aufgepasst: In der Werft der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) ist seit Freitag das neuste Exemplar der SGV-Flotte zu sehen. Es ist der neue Katamaran, der ab Ende Mai im Stundentakt und Ganzjahresbetrieb bis zu 300 Personen zum Bürgenstock transportieren wird. Eine direkte Schiff-Verbindung zwischen Luzern und Kehrsiten-Bürgenstock Resort besteht bereits seit der Eröffnung des Resorts im letzten August. Momentan wird dafür das Motorschiff Titlis eingesetzt, mit dem allerdings nur ein Eineinhalb-Stundentakt möglich ist.

Fertig gebaut ist das derzeit noch namenlose Shuttle-Schiff nicht. Die letzten Arbeiten werden nun draussen auf der mobilen Werkstatt im Wasser erledigt, die sehr gut vom Werftsteg aus ersichtlich ist. Zuständig dafür ist die Shiptec AG, eine Tochterfirma der SGV. Gemäss Sandra Amadò, Direktionsassistentin bei der SGV, müssen unter anderem die «äusseren Verschalungselemente» montiert werden. Ebenfalls noch nicht fertig ist der Innenausbau.

Werfthalle bietet bloss Platz für ein grosses Schiff

Der Grund dafür, dass der bis zu 35 Stundenkilometer schnelle Katamaran nicht in der Werft fertiggestellt wird, liegt wiederum bei einem anderen Schiff – und zwar beim Motorschiff Diamant, das bekanntlich aufgrund der Havarie vom Dezember repariert werden muss (wir berichteten). Am Freitag wurde das MS Diamant dafür in die Werft gebracht. Weil die Werfthalle bloss Platz für ein grosses Schiff bietet, musste das Shuttle-Schiff folglich nach draussen verlegt werden. Näheres zu den Reparaturarbeiten am Rumpf und dem Schiffsinnern wird die SGV Ende Februar kommunizieren. Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass die Reparatur in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden kann. Bis anhin wurde der beschädigte Rumpf lediglich provisorisch von der Werkstatt im Wasser geflickt.

Das MS Diamant ist mit 63,5 Meter Länge, 13,5 Meter Breite und 13,15 Meter Höhe der neue Stolz der SGV-Flotte. Dessen Havarie schlug damals hohe Wellen: Durch die Kollision mit einem Felsen vor Kehrsiten am vergangenen 8. Dezember bekam das Schiff mehrere Lecks am Rumpf und lief beinahe auf Grund. Etliche Feuerwehrleute mussten daraufhin Wasser herauspumpen. Die Ermittlungen der Unfallursache sind noch am Laufen. Schon im Dezember verdichteten sich aber die Hinweise, dass das Schiff zu nahe am Ufer gefahren ist.

Zurück zum Shuttle-Schiff. Gekostet hat der neue Katamaran knapp sechs Millionen Franken. Die öffentliche Hand zahlt daran keine Beiträge, dafür unterstützen die Kantone Luzern und Nidwalden das Projekt – samt neuer Bürgenstockbahn – mit zinslosen Darlehen von total 4,7 Millionen Franken. Ohne diese Darlehen wäre das Vorhaben laut der SGV kaum möglich gewesen.

«Bähnli» war sechs Jahre ausser Betrieb

Schon heute ist die Shuttle-Verbindung an die Bürgenstockbahn gekoppelt, die ebenfalls neu ist und etwa 15 Millionen Franken gekostet hat. Zeitgleich mit der Eröffnung des Bürgenstock Resorts wurde die Standseilbahn nach ungefähr sechs Jahren Pause wieder in Betrieb genommen (Artikel vom 28. August 2017).

Für die Hotelgäste und Mitarbeiter des Bürgenstock Resorts ist die Fahrt mit dem Shuttle-Schiff sowie der Bürgenstockbahn kostenlos. Wer hingegen nur einen Tagesausflug auf den Bürgenstock unternimmt, muss für die Anreise ziemlich tief in die Tasche greifen. Eine Retourfahrt allein mit der Bürgenstock-Bahn kostet 50 Franken (mit Halbtax oder Passepartout 25 Franken). Der Gesamtpreis ab Luzern mit Schiff und Bahn beträgt 84 Franken ( mit Halbtax 42 Franken).


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