Design-Schenken: Erstmals stellen auch Modelabels aus

EMMENBRÜCKE ⋅ Rund 96 Aussteller zeigen in der Viscosistadt in Emmenbrücke ihr Schaffen. Bis zum 3. Dezember dominiert nationales und lokales Handwerk Luzern Nord.
02. Dezember 2017, 05:00

Flanieren im Industriegebiet und dabei Schweizer Design und lokales Handwerk entdecken. Das ist bis und mit Sonntag in der ­Viscosistadt in Emmenbrücke möglich. Die Designermesse Design-Schenken ist für ihre neunte Auflage von der Luzerner Altstadt nordwärts gezogen.

In drei Haupträumen präsentieren 96 Aussteller ihre Produkte. Initiantin Franziska Bründler ist begeistert: «Wir haben hier mehr Platz und Licht. Das gibt auch Möglichkeiten für neue Aussteller und neue Produkte. Vom Ring bis zum Möbelstück hat jetzt alles Platz.» Das Platzangebot hat auch diverse Modelabels überzeugt. Sie sind dieses Jahr das erste Mal dabei. Und damit die ­Designtage rund laufen, kann ­Initiantin Bründler auf an die 80 Freiwillige zählen.

Leuchtenversteigerung fürs Tramhüsli

Für die Kreativwirtschaft sind solche Designtage wichtig. Die Rechnung ist einfach, so Bründler: «Kann ich verkaufen, kann ich überleben; und dafür braucht es eine Plattform, und das ist Design-Schenken.» Obwohl die meisten Aussteller auch online vernetzt sind, sei der Direktkontakt enorm wichtig. «Die Produkte sind so greifbar, das wird geschätzt.» Nebst grossen Namen wie «Linck Keramik», «Baltensweiler» oder «Atelier oï» stellen auch Newcomer aus.

Einen besonderen Hingucker hat der Messe der Leuchtenwettbewerb vom Lichtteam beschert. Neun Gestalterinnen und Gestalter, die einen besonderen Bezug zum Standort Viscosistadt haben, haben aus einem Rohling ein Unikat entworfen. Als Siegerinnen gingen Bigna Suter und ­Meret Trösch hervor. Beide sind Studentinnen in Objektdesign an der Hochschule Luzern – Design und Kunst. Alle neun geschaffenen Leuchten sind seit gestern auf der Onlineplattform Ricardo zur Versteigerung. Der erzielte Gewinn aus dieser Aktion kommt der Stiftung Tramhüsli zugute. Die Stiftung will das alte Tramhüsli auf dem Areal zu einem neuen Treffpunkt umgestalten.

«Immer wieder von neuem begeistert»

Ein Auge voll Design nahm sich an der gestrigen Eröffnung auch die Luzerner Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Dass die Ausstellung nun in der Viscosistadt und nicht mehr in der Luzerner Altstadt in der Kornschütte stattfindet, bedauert Jost und räumt gleichzeitig ein: «Wir bedauern den Wegzug, doch ich habe volles Verständnis dafür. In diesen Räumen hier ist es viel grosszügiger und heller.»

Ebenfalls vor Ort ist Gabie Burkhard von der IG Arbeit. Sie ist Leiterin Gastronomie, Büro und Handwerk. Die IG Arbeit unterstützt Personen mit psy­chischen Schwierigkeiten. Sie ist nicht nur mit Handwerk vertreten, sondern führt auch die kürzlich eröffnete Kantine Nylon 7. «Bis jetzt habe ich keine Ausstellung ausgelassen und bin immer wieder von neuem begeistert. Die Viscosistadt ist eine coole Stadt, und so eine Messe passt optimal hier hin.» Diese Meinung teilen die befragten Besucherinnen und Besucher. «Zuerst dachte ich, da komm ich nie hin, doch selbst mit dem ÖV ist es easy. Und zurück in die Stadt fahr ich mit dem Shuttle direkt vors Stadttheater», erklärt etwa Isabelle Müller.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Hinweis
Weitere Informationen auf: www.designschenken.ch


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