Weil der Bund kneift, wird es für die Stadt Luzern teurer

CHEERSTRASSE ⋅ Der Bund will den 19,5 Millionen Franken teuren Ausbau der Cheerstrasse in Littau vorerst nicht finanziell unterstützen. Stadtrat Adrian Borgula überrascht dieser Entscheid nicht.
13. April 2018, 20:04

Vor kurzem hat der Bund das aktuelle Luzerner Agglomerationsprogramm beurteilt, das zwischen 2019 und 2022 Verkehrsprojekte für 360 Millionen Franken vorsieht ( Artikel vom 13. April ). Dabei hat er einige wichtige Projekte zurückgestuft. Das heisst, dass er sie bis 2022 noch nicht finanziell unterstützen will. Eines der Projekte ist der rund 19,5 Millionen Franken teure Ausbau der Cheerstrasse in Littau. Wir haben beim Stadtluzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) nachgefragt, welche Folgen das für die Stadt Luzern hat.

Adrian Borgula, die meisten geplanten Luzerner Verkehrsprojekte will der Bund mit Beiträgen von 35 Prozent unterstützen. Nicht aber die Cheerstrasse. Die erhofften rund 6,8 Millionen Franken fallen also weg. Was bedeutet das für die Stadt Luzern?

Es bedeutet, dass wir selber zahlen müssen. Schon in der Debatte im Stadtparlament haben wir, die Stadtregierung, darauf hingewiesen, dass die Unterstützung des Bundes nicht sicher ist.

Hat Sie der Entscheid des Bundes überrascht?

Die Agglomerationsprogramme zielen darauf ab, Gesamtverkehrsprojekte mit guten Verbindungen für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Teilnehmer zu realisieren. Da das Stadtparlament bei der Cheerstrasse die Fussgänger- und Velounterführung für zusätzliche 4,6 Millionen herausgestrichen hat, entspricht das Projekt nicht mehr dieser Stossrichtung. Deshalb ist es nicht wirklich überraschend.

Aus Sicht des Kantons ist es zwingend, dass der Baustart bei der Cheerstrasse vor 2022 erfolgt. Darum beantragt er den Beitrag beim Bund erneut. Wie gross ist die Chance, dass das klappt?

Es ist sicher richtig, dass der Kanton für die ausgewählten Projekte nochmals finanzielle Unterstützung beantragt. Nebst der Cheerstrasse ist dies auch die Ausbauetappe des Bahnhofs Rothenburg Station für 16 Millionen Franken sowie die Buspriorisierung auf der Kantonsstrasse zwischen dem Kasernenplatz und dem Seetalplatz für 20 Millionen Franken. Wir werden sehen, ob der Bund auf die Anträge eingeht.

Bundesbeiträge für die Cheerstrasse sind also vermutlich keine zu erwarten. Doch wie sieht es mit Beiträgen vom Kanton und von der SBB aus? Letztere plant ja einen grossen Umbau des Bahnhofs und es gab Verhandlungen um eine Kostenbeteiligung.

Auch mit diesen Beiträgen ist nicht zu rechnen. Die SBB hätte sich lediglich an der Personenunterführung beteiligt, die ja nun nicht mehr im Projekt enthalten ist. Und da es sich bei der Cheerstrasse nicht um eine Kantonsstrasse handelt, betrachtet der Kanton Luzern deren Anschluss an die Kantonsstrasse beim Kreisel Bodenhof auch als ein Projekt der Stadt. Wir werden mit dem Kanton diesbezüglich aber trotzdem nochmals das Gespräch suchen.

Interview: Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch


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