Freier verjubelt 200 000 Franken

REGION ⋅ Das war ein teurer Spass: Ein ausländischer Geschäftsmann hat für die Dienste zweier Prostituierter mehr als 200 000 Franken ausgegeben. Dass er sich nach seiner Heimkehr an nichts mehr erinnern wollte, half da auch nichts.
02. Dezember 2017, 11:00

Als er sich berufeshalber einige Tage in der Zentralschweiz aufhielt, lernte der Mann die beiden  Gesellschaftsdamen in einer Bar kennen. Er zog sich mit ihnen in ein Zimmer zurück, liess sich reichlich Drinks bringen, schnupfte Kokain und trank etwas, von dem er glaubte, dass es Himbeersirup sei. Danach war er «nicht mehr Herr seiner Sinne».

Die Damen waren einige Zeit mit ihm zugange, da riefen sie einen befreundeten Ladenbesitzer, der ein Kartenterminal mitbrachte. Gegen eine Provision buchte er von der Kreditkarte des Freiers 30 000 Franken ab. Der Mann sei damit einverstanden gewesen und habe den Beleg unterschrieben. Danach wurden alle paar Stunden weitere Transaktionen vorgenommen. Tags darauf ging der Mann zudem mit den Damen in ein Juweliergeschäft und kaufte ihnen Schmuck im Wert von mehreren tausend Franken.

Es steht Aussage gegen Aussage

Aufgrund des automatischen Präventionssystems wurde irgendwann die Bank des Freiers auf die Buchungen aufmerksam und stoppte diese. Die Polizei nahm wegen Verdachts auf Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage Ermittlungen auf. Der Mann gab an, von den Frauen unter Drogen gesetzt worden zu sein. Die Abbuchungen seien gegen seinen Willen erfolgt. Die Damen und der Ladenbesitzer dagegen sagten, er habe aus freien Stücken gezahlt.

Haben die Frauen den Zustand der Freiers ausgenutzt? Moralisch wäre das fragwürdig. Für eine Verurteilung reichte es aber nicht aus. Die Untersuchungsbehörden stellten das Verfahren ein – weil nicht genügend Hinweise auf ein «strafrechtlich relevantes Verhalten» vorliegen würden.
 

Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch

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