Furioses Finale: 28'000 Zuschauer am Monstercorso in Luzern

FASNACHT ⋅ Die Guuggenmusigen zogen am Dienstag am Monstercorso ein letztes Mal durch die Gassen. Mit dabei war auch eine «Gruppe» mit nur noch einem einzigen Mitglied.
13. Februar 2018, 22:45

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

«Töööö-Tötötööö-Tötötööö-Tö-Tö-Tö-Tö-Tö.» Wer hat’s erkannt? Genau, es ist «Du machsch mi giggerig» vom legendären Berner Mundartsänger Polo Hofer. Zigfach von den Guuggenmusigen an der Lozärner Fasnacht zum Besten gegeben, erklang der Hit aus dem Jahr 1985 auch an diesem Monstercorso. Grandios wurden die Töne dabei aus den Posaunen, Trompeten und Tuben gepustet und von elektrisierenden Paukenschlägen begleitet. Eine Fasnacht ohne Guugger? Unvorstellbar! Zu Recht gehört der Abend des Güdisdienstags traditionell den Guuggenmusigen! Ohne sie gäbe es keine Fasnacht – oder höchstens eine ruhige und stinklangweilige. Es ist daher ganz richtig, dass ihnen die Ehre gebührt, sich am letzten Fasnachtsabend noch einmal in ganz grossem Stil zu präsentieren.

So fanden sich am Dienstagabend nicht weniger als 81 Formationen der «Vereinigten Guuggenmusigen Luzern» beim Luzerner Theater ein, um auf der Route von der Bahnhofstrasse via Seebrücke, Schweizerhof, Hertensteinstrasse und Löwengraben bis zum Mühlenplatz das Publikum zu begeistern. Für die Guugger, die aus der ganzen Region stammen, ist es jeweils Ehrensache, am Monstercorso noch einmal zeigen zu können, was sie auf dem Kasten haben. Respekt gebührt dabei auch ihrem Durchhaltewillen, der ja schon durch die letzten sicherlich recht strengen Nächte auf die Probe gestellt worden war. Und so wurde am Güdisdienstag gleich von Beginn an geräuschvoll auf die Pauken gehauen und kräftig die Trompeten geblasen. Als erste Nummer zog der sympathische Tambourverein Gerliswil-Emmen durch die Strassen, ihm folgten später dann zum Beispiel die ausgelassenen Schnäggebörger, die fröhliche Müsali-Musig, die vergnügten Loschmölch – und eben noch sehr viele mehr.

Selbst eine Ein-Frau-Musig schaffte es an den Monstercorso

Durch ihre leuchtend pinken Grende aufgefallen ist ausserdem die Chatzemusig. Ihr Motto «Pink Panther» kam bei den Zuschauern sichtlich gut an. Aufmerksamkeit erhielt im Vorfeld auch die Guuggenmusig Gagugger – weil die «Gruppe» nur noch aus einer einzigen Person besteht. Marlene Schürch ist das letzte verbliebene Mitglied der Traditionsguuggenmusig. Am Dienstag trug sie das Banner mit Stolz durch die Gassen und wurde dabei doch noch von einer kleinen Gefolgschaft begleitet.

Glücklicherweise spielte am diesjährigen Monstercorso auch das Wetter mit – was man weder im letzten noch im vorletzten Jahr behaupten konnte. Sehr nass war es im einen, überaus stürmisch im anderen Jahr, weshalb es jeweils nur um die 10000 Zuschauer zum Spektakel schafften. Am Dienstag war es zwar kühl, doch der Anlass blieb trocken. Wie die Luzerner Polizei mitteilte, zog er rund 28 000 Zuschauer an.

Jetzt ist die Fasnacht leider schon wieder vorbei. Doch ein Trost für alle Fasnächtler bleibt: Die nächste kommt mit Sicherheit. Und dann wird es wieder tönen: «Töööö-Tötötööö-Tötötööö-Tö-Tö-Tö-Tö-Tö.»

  • Lopper-Gnome Hergiswil. (© Philipp Schmidli)
  • Chacheler Musig Chriens. (© Philipp Schmidli)
  • Pilatusgeister Luzern am Monstercorso. (© Philipp Schmidli)

28'000 Zuschauer verfolgten den Monstercorso in der Stadt Luzern. Hier eine Auswahl der schönsten Bilder

Video: Best of Monstercorso

Die Guuggenmusigen zogen am Dienstag am Monstercorso ein letztes Mal durch die Gassen. 28'000 Zuschauer säumten die Strassen. (Tele 1, 13.02.2018)




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