Busse für nicht bewilligte Leuchttafel

STADT LUZERN ⋅ Ein Geschäft montierte eine Leuchttafel, jedoch ohne Bewilligung – und wird nun gebüsst.
11. Oktober 2017, 07:33

Behördenmühlen mahlen langsam, so auch in der Stadt Luzern. Im vorliegenden Fall dauerte es gar über 20 Monate, bis die Abteilung Stadtgestaltung mitteilte, dass das Montieren der beabsichtigten Fassadenbeschriftung in Form von zwei Leuchtkästen nicht erlaubt wird. Zusammen mit der Ablehnung des Gesuchs kam auch gleich eine Strafanzeige inklusive Busse. Dass es so lange gedauert hat, ist rückblickend beiden Seiten zuzuschreiben, wie aus dem schriftlichen Wortwechsel, der unserer Zeitung vorliegt, zu entnehmen ist.

2015 suchte das Sportgeschäft Sherpa Outdoor AG – ein Betrieb der Otto’s AG – einen neuen Standort in Luzern. Das Schweizer Sportbekleidungsgeschäft mit Sitz in Sursee wollte die Kapellgasse in der Altstadt verlassen, weil der Umsatz weit unter den Erwartungen lag. Grund dafür: mangelnde Kundschaft und erdrückende Mietzinslast. Fündig wurde das Geschäft an der Ecke Hirschengraben/Hirschmattstrasse in der Neustadt. Im September 2015 wurde dort die Filiale eröffnet.

An der Fassade wurden sogleich zwei 190 x 60 Zentimeter grosse Leuchtkästen montiert – ohne Rücksprache mit den Baubehörden. Bei der Auswahl der Leuchtreklamen orientierte sich das Unternehmen an jenen, die im Quartier bereits verwendet wurden. Das «illegale» Leuchten entging jedoch der Stadt nicht. Der zuständige Projektleiter Reklame machte Sherpa darauf aufmerksam, dass für die Leuchtkästen ein Baugesuch eingereicht werden muss. Dieses wurde im Oktober nachgereicht mit der Bitte um eine «ordentliche Bearbeitung.» Es folgte Funkstille bis Februar dieses Jahres. Erst dann wurde mitgeteilt, dass das Baugesuch «gefunden» worden sei. Aus Sicht von Sherpa wurde «schlichtweg geschlampt».

«Bürokratische Hürden»

Da aber die Leuchtreklamen bereits hingen, hatte dies eine Strafanzeige zur Folge. Daraufhin wurden die Leuchtkästen im Juli abmontiert. Geblieben ist der Ärger. «Die Busse war nicht der Rede wert», sagt Otto’s-CEO Mark Ineichen. Die Fassade werde aber nicht neu beschriftet. Dies, weil die Option, den Standort in ein Shoppingcenter in der Region zu verlegen, ebenfalls bestehe. «Leider zwingt uns die Stadt mit ihrer eigensinnigen Politik dazu. Anstatt die einheimischen Unternehmungen zu unterstützen, lähmt man diese mit bürokratischen Hürden und Parkplatzabbau.» (sam)


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