Glühwein und Schoko-Werkzeug locken Besucher an

ADVENT ⋅ Auf dem Luzerner Franziskanerplatz ist gestern der Weihnachtsmarkt eröffnet worden. Die exklusive Lage und das vielfältige Angebot sind nur ein Teil seines Erfolgsgeheimnisses.
02. Dezember 2017, 07:41

Sanft rieseln Schneeflocken vom Himmel, in der Luft liegt der Duft von Zimt, Glühwein und Bratwurst. Gestern Vormittag ist auf dem Franziskanerplatz der Weihnachtsmarkt eröffnet worden. Organisiert wird dieser von der Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte. Zwölf Jahre gibt es den Weihnachtsmarkt nun schon in Luzern; heuer wird er zum zehnten Mal auf dem Franziskanerplatz durchgeführt. In den ersten beiden Jahren befand sich der Markt auf dem Mühlenplatz. Trotz Kälte und Schneefall lockte die Eröffnung zahlreiche Besucher an.

«Ab dem 1. Dezember wird Luzern zur Weihnachtsstadt. Der Markt bringt Licht und Leben nach Luzern», so Kantonsratspräsidentin Vroni Thalmann-Bieri (SVP, Flühli) in ihrer Ansprache. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von den Fidelen Rentnern. Der Name kommt nicht von ungefähr: Alle Mitglieder der Blaskapelle sind pensionierte Polizisten.

Die Plätze sind begehrt – nicht ohne Grund

Nach weihnächtlichen Klängen und einem offerierten Glühweintrunk schwärmten die Besucher aus. Zu entdecken gibt es allerlei: von Krippenfiguren über Bernsteinschmuck bis hin zu essbaren Werkzeugen aus Schokolade (Hammer, Schraubenzieher etc.). Dem Zufall überlassen wird dabei nichts, die Auswahl ist durchdacht. Es werde grosser Wert auf ein ausgewogenes Angebot gelegt, erklärt Platzmeister Heinrich Hüsler und fügt an: «Von 50 Bewerbungen haben wir dieses Jahr nur fünf neue Stände bewilligt.»

Nicht nur die Vielfalt der Stände, sondern auch die Dekoration trägt einen wesentlichen Teil zum Erfolg des Luzerner Weihnachtsmarkts bei. Für manche Besucher sind bereits der riesige Adventskranz und die Weihnachtskrippe mit lebensechten Figuren Grund genug zu kommen. Zudem profitiert der Weihnachtsmarkt von seiner attraktiven Lage im Kleinstadtquartier: Es gibt keinen Durchgangsverkehr, und der räumliche Bezug zur Franziskanerkirche verleiht dem Adventsmarkt Authentizität.

Viele der 65 Standbetreiber sind schon lange beim Luzerner Weihnachtsmarkt dabei. So auch Heidi Gemperle, eine Reussbühler Bäuerin. Bereits zum sechsten Mal verkauft sie auf dem Weihnachtsmarkt hofeigenen Most und Schnaps. Bis am 20. Dezember wird sie jeden Tag hier anzutreffen sein. «Die Tage sind lang, doch der Aufwand lohnt sich: Man knüpft neue Kontakte, kommt mit den Leuten ins Gespräch, und nebenbei verkaufe ich natürlich auch noch etwas», sagt die Teilzeit-Bäuerin lachend. Theres Halter aus Grosswangen verkauft seit zehn Jahren Filz­accessoires aus Eigenproduktion. «Das Geschäft läuft gut – deswegen komme ich jedes Jahr wieder hierher.» Aus Erfahrung hat sie einige Tricks, um der Kälte zu trotzen: «Hinter meinem Stand steht ein kleiner Ofen. Zudem trage ich warme Filzstulpen.»

Wenn es nach Platzmeister Heinrich Hüsler ginge, kämen Ofen und Filzstulpen gar nicht erst zum Einsatz. Er hofft auf trockenes und nicht zu kaltes Wetter. Hüsler rechnet mit 100 000 Besuchern, doch genaue Zahlen kenne man selbst am Schluss nicht. Eine grobe Schätzung sei dennoch möglich: «Je voller die Abfallmulde ist, desto besser lief das Geschäft.»

 

Ines Häfliger

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Der Markt auf dem Franziskanerplatz dauert bis am 20. Dezember.


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