Greppen: Gemeinde beteiligt sich an Dorfladen

SUBVENTIONEN ⋅ Die Gemeinde wird Mitinhaberin des Dorfladens. Das haben die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung entschieden. Der Entscheid war jedoch umstritten – vor allem bei einer Partei.
02. Dezember 2017, 07:43

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Das Endresultat ist deutlich ausgefallen: 15 Stimmbürger haben am Donnerstagabend an der Gemeindeversammlung gegen den Grepper Dorfladen gestimmt, 75 waren dafür. Damit kann sich die Gemeinde mit 265 000 Franken am Laden beteiligen. Dieser wird Anfang 2018 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; die Gemeinde wird rund drei Viertel des Aktienkapitals stemmen und somit Mehrheitsaktionärin. Zudem wird ein Mitglied des Gemeinderates Einsitz im Verwaltungsrat nehmen.

Vor der Schlussabstimmung der 98 anwesenden Stimmbürger haben sich allerdings einige zu Wort gemeldet. Kritik kam aus dem SVP-Lager, welches das Vorhaben bereits im Vorfeld in einem offenen Brief hinterfragt hatte. Im Grundsatz sei man nicht gegen den Dorfladen, so der ­Tenor innerhalb der Volkspartei. «Aber ein allfälliges Defizit hätte früher oder später die Gemeinde als Mehrheitsaktionärin zu tragen», befürchtete Günter Kuhn. «Die Folge ist eine Steuererhöhung», schlussfolgerte er. Gleicher Meinung war Patrick Gisler: «Die Gemeinde redet von einer Investition in den Service public. Dieser Entscheid soll deshalb breiter abgestützt sein als bloss in diesem kleinen Rahmen der Gemeindeversammlung.» Tatsächlich waren in der Mehrzweckhalle nur rund 14 Prozent der stimmberechtigten Grepper anwesend – darunter viele Mitglieder der mitgliedsstarken Genossenschaft Dorfladen. Gisler stellte deshalb den Antrag, dass das Vorhaben an der Urne zur Abstimmung kommt. So könne die gesamte Bevölkerung darüber befinden, ob die Gemeinde mit ihrer Beteiligung am Dorfladen tatsächlich einen Beitrag an den Service pub­lic leiste.

Für Gislers Antrag stimmten schliesslich aber nur 19 Personen – zu wenige, um die notwendige Zweifünftelmehrheit von 40 Stimmen zu erreichen. Der Sonderkredit für den Dorfladen wurde damit Tatsache.

Laden kommt in einen Neubau an Hauptstrasse

«Ich danke Ihnen für das Vertrauen», sagte am Schluss der Versammlung der Präsident der Dorfladen-Genossenschaft, Jürg Zgraggen. Für diese wurde mit der Abstimmung nicht nur die Finanzspritze der Gemeinde besiegelt. Der Dorfladen wird auch seinen Standort wechseln, vom etwas abgelegenen Dorfkern an die stark befahrene Hauptstrasse. Dort sollen mehr Kunden angelockt werden, insbesondere durch den Durchgangsverkehr. Neu soll das Lädeli auch eine Kaffee-Ecke und somit Platz für einen Treffpunkt bieten. Zudem sollen dort wie bisher ein Bancomat und die Poststelle integriert werden.

Dass mit einem solchen Laden ein intaktes Dorfleben erhalten werden kann, zeigt das Beispiel von Grossdietwil: Die Gemeinde im Luzerner Hinterland hält von ihrem Dorfladen Anteilsscheine in einem ähnlichen Betrag, wie nun die Gemeinde Greppen investieren wird. Seit März 2016 ist das Dorflädeli offen. Seither belebt es das Dorfleben durchwegs, wie es auf Anfrage unserer Zeitung heisst.


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