Château Gütsch bekommt einen Kunstpark

HOTEL ⋅ Statuen und Skulpturen von internationalen Künstlern: Das «Château Gütsch» wird durch einen Kunst-Park ergänzt. In diesen Tagen starteten die Bauarbeiten. Ob aber Eintritt verlangt wird, ist nun nicht mehr so sicher.
14. April 2018, 18:00

Dominik Buholzer

Der Bagger hat seine Spuren schon hinterlassen, die letzten Überreste des ehemaligen Freibads sind ausgegraben und entsorgt: Auf dem Gütsch bestimmen Handwerker das Bild. In diesen Tagen haben auf der Wiese neben dem altehrwürdigen Schlosshotel oberhalb der Stadt Luzern die ersten Arbeiten für den Skulpturenpark begonnen.

Zwischen 25 und 30 Kunstobjekte sollen spätestens ab kommendem September auf der Gütschwiese sowie im Bereich der Bergstation der Gütschbahn zu sehen sein, darunter auch interaktive Werke sowie Klanginstallationen, wie einer Dokumentation vom vergangenen Oktober zu entnehmen ist. Die Arbeiten für den Park selber sollten bis im Sommer abgeschlossen sein.

Werke sind im Besitze von Lebedew und seiner Frau

Die Pläne für den Park stammen vom russischen Architekten Anton Kochurkin von «8 Lines» in Moskau. Geplant ist, dass die Ausstellung regelmässig erneuert wird. Angaben zu den Kosten macht Tim Moitzi, General Manager des Château Gütsch, keine. Er bestätigt aber, dass die Kunstwerke allesamt im Besitze des russischen Oligarchen Alexander Lebedew und insbesondere seiner Frau Elena Perminowa sind. Ihre Sammlung umfasst neben eher unbekannten Künstlern auch Werke von Dmitry Gutov und Olga Treivas. Ersterer nimmt in seinen Arbeiten eine kritische Position zum westlichen Modernismus und zur zeitgenössischen Kunst ein.

Die Stadt Luzern hat am 19. Februar 2018 der Château Gütsch Immobilien AG die Baubewilligung für den «Art Park Gütsch» unter Auflagen erteilt. Diese betreffen unter anderem die Eingliederung ins Ortsbild, die behindertengerechte Erschliessung  sowie ein Verkehrskonzept. Zudem fordert die Stadt Luzern, dass ein Teil des Geländes auch nach der Fertigstellung des Parks stets frei zugänglich ist. Aus gutem Grund: Denn die Pläne der Château Gütsch Immobilien AG sahen ursprünglich vor, dass die Besichtigung der Kunstwerke kostenpflichtig ist. In der Zwischenzeit ist dies allerdings gar nicht mehr so sicher, wie Moitzi sagt. «Wir sind vom Gedanken ausgegangen, dass was nichts kostet, nichts wert ist. Davon sind wir heute nicht mehr restlos überzeugt», sagt er, der als General Manager auch Mitglied des Verwaltungsrates der Château Gütsch Immobilien AG ist. Insbesondere sei man sich nicht mehr sicher, ob die Bevölkerung überhaupt bereit sei, für diese Art der Kunst Eintritt zu zahlen. Wann der Entscheid gefällt wird, ist offen.

Hotel-Verkauf ist noch nicht vom Tisch

Bedeutet der Bau des Kunstparks, dass Alexander Lebedew das «Château Gütsch» doch nicht verkaufen will? Laut Moitzi hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Lebedew sei nun seit über zehn Jahren Besitzer des Gütschs und tätige immer wieder Investitionen in die Liegenschaft. So sei Anfang dieses Jahres der Lift im Hotel für gut 90 000 Franken erneuert worden.

Bis Ende Jahr seien weitere Investitionen vorgesehen. Details will Moitzi keine nennen. Er erwähnt lediglich, dass vor allem die Zimmer im Vordergrund stehen. «Nur weil Herr Lebedew kundgetan hat, dass er den Gütsch verkaufen würde, wenn die Umstände stimmen, heisst dies nicht, dass er nichts mehr investiert», betont er.

Der russische Oligarch Alexander Lebedew hatte das Vier-Sterne-Hotel Château Gütsch im Jahr 2007 durch seine Investmentgesellschaft NRC von der Grossbank UBS gekauft. Schon kurz nach der Renovation und der Wiederöffnung machten wiederholt Gerüchte die Runde, Lebedew wolle das Haus wieder abstossen. Im vergangenen Oktober tauchte dann auf einer Verkaufsplattform das Inserat vom Gütsch auf. 

Zum aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen will sich Moitzi nicht äussern. Er verweist darauf, dass es immer wieder Interessenten gegeben habe. Mehr ist auch von Fred Siebenmann, Wirtschaftsberater aus Luzern, der von Lebedew mit dem Verkauf des «Gütsch» beauftragt worden ist, nicht zu erfahren. Er sei nach wie vor zuversichtlich, so sagt er, dass man eine gute Lösung für den Gütsch und die Stadt Luzern gefunden werden könne. 


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