Im Kloster läuten bald die Hochzeitsglocken

RATHAUSEN ⋅ Nach der Sanierung der Klosteranlage soll nun auch der Innenraum der Kirche renoviert werden. Dadurch können dort künftig wieder Anlässe unterschiedlichster Art stattfinden.
13. September 2017, 06:53

Gottesdienste, Hochzeiten, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte: All dies soll in der Klosterkirche Rathausen bald wieder durchgeführt werden können. Nachdem die Bauarbeiten für die Klosteranlage im vergangenen Jahr beendet wurden, bleibt die Sanierung des Innenlebens der Klosterkirche noch ausstehend (Ausgabe vom 4. Mai 2016).

Doch auch dieses Projekt ist bereits aufgegleist, die Verantwortlichen sind fleissig auf der Suche nach Spendengeldern. Denn im Gegensatz zur Sanierung der Klosteranlage wird die Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL), die das Areal nutzt, bei diesem Projekt nicht vom Kanton unterstützt. Bei der Aussensanierung der Kloster­anlage kam dieser noch für einen Teil der Kosten auf.

Stiftung zählt auf Spendengelder

Zurzeit ist die Kirche nur beschränkt nutzbar, Konzerte finden aber zu Gunsten des Sanierungsprojekts und der Revision der erhaltenswerten Orgel statt: Am Sonntag, 24. September, um 16 Uhr, veranstaltet die SSBL ein Benefizkonzert darin. Dabei wird unter anderem die Geschichte der Orgel vom Orgelhistoriker Bernhard Hörler präsentiert.

Wie genau die Klosterkirche wieder in Schuss gebracht werden soll, erklärt André Thürig, Direktor ad interim der SSBL: «Der Innenraum der Kirche soll seinen alten Glanz für neue Nutzungen wieder erhalten. Dazu gehört die Restauration der Deckenstuckaturen und des Bodens, die Installation von Haustechnik und allgemeinen Betriebseinrichtungen sowie die Restaurierung des kirchlichen Schmucks.» Zudem gelte es, die alte Luzerner Kirchenorgel mit Baujahr 1905 wieder zum Klingen zu bringen.

Damit diese Arbeiten ausgeführt werden können, sind laut der Stiftung Spendengelder in Höhe von 1,5 Millionen Franken notwendig. Bisher sind 220000 Franken von Privatpersonen, Firmen, Stiftungen und Kirchgemeinden zusammengekommen. Zusätzlich wird sich die kantonale Denkmalpflege mit einem Unterstützungsbeitrag beteiligen. Die Stiftung selbst beteiligt sich nicht an den Kosten, da die Sanierung nicht Bestandteil ihres Leistungsauftrages sei.

Erbaut wurde die Klosterkirche in Rathausen im Jahr 1259, erstmals restauriert 1460. Im selben Jahr erfolgte auch die Kirchweihe. Das Kircheninnere erfuhr im 18. Jahrhundert eine umfassende Neugestaltung. Nachdem das Kloster zu Beginn des 20. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer fiel, wurde bei der Sanierung der Klosteranlage sogleich auch die angrenzende Kirche wieder hergerichtet. Bis heute wurden seither keine Restaurierungsarbeiten mehr vorgenommen. Mit dem jetzigen Sanierungsprojekt will die Stiftung das historische Erbe langfristig bewahren.

Dem Konzept nach soll die neue Klosterkirche ein Zentrum für Spiritualität und Gemeinschaft werden – mit lichtdurchfluteten und einladenden Räumlichkeiten. Sowohl Menschen mit und ohne Behinderung sind in Zukunft in der Kirche willkommen. Begegnung, Austausch und Besinnung prägen das Leitbild der künftigen Nutzung, die Hochzeiten, Lesungen, Konzerte oder Gottesdienste vorsieht. Die Koordination dieser Anlässe übernimmt die Stiftung.

Zum Baubeginn sowie zur Eröffnung der Klosterkirche kann André Thürig noch keine Angaben machen: «Sobald die Spendengelder vollständig vorhanden sind, starten wir die Sanierung. Wann dies der Fall sein wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.»

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch





 

Hinweis

Am 24. September, um 16 Uhr, findet in der Klosterkirche ein Benefizkonzert statt. Weitere Informationen unter: www.ssbl.ch.


Leserkommentare

Anzeige: