Im Schwanennest bei der Seebrücke liegen Steine

LUZERN ⋅ Der Nistplatz bei der Seebrücke sorgt seit geraumer Zeit für Aufsehen. Nach den verschwundenen Eier liegen jetzt Steine im Nest.
14. Juni 2017, 13:18

Ein Schwanenpaar hat sich einen ganz besonderen Nistplatz ausgesucht: Gleich zwischen der
Seebrücke und dem Schiffssteg haben die Tiere ihr Nest gebaut. Dieses bereitet vielen Tierfreunden seit längerem sowohl Freude als auch Sorgen. Das Nest ist nämlich nicht nur direkt am Wasser gebaut, sondern auch an einem Platz, wo es von vielen Schaulustigen bewundert werden kann (Ausgabe vom 1. Mai). Besorgte Passanten kontrollieren deshalb immer wieder die Brut und halten sich gegenseitig über die sozialen Medien auf dem Laufenden.

Nachdem offenbar eine Glasflasche ins Nest geworfen und Eier entfernt worden sind (Ausgabe vom 26. Mai), sorgen nun Steine im Schwanennest für Aufsehen. Rund 30 kleine sowie ein grosser, rosafarbener Stein liegen im Nest.

Michael Schaad, Biologe bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, hört am Mittwoch zum ersten Mal davon. «Es ist ausgeschlossen, dass ein Schwan die Steine so im Nest platziert hat», sagt Schaad. «Es ist mir aber auch schleierhaft, weshalb das jemand machen sollte».

Ob die Steine den Schwan irritieren, sei laut Schaad schwierig zu sagen. Wenn er noch einmal im Nest brüten möchte, würde er aber wahrscheinlich einfach eine Schicht Stroh drüberlegen.

Da der Schwan nicht brütet, gilt das Platzieren von Steinen nicht als Straftatbestand. Laut Bundesgesetz wird jemand, der Eier oder Jungvögel von geschützten Arten – wie zum Beispiel Schwänen – ausnimmt oder das Brüten der Vögel stört, mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe sanktioniert.

«Schwanennester werden weder vom Kanton noch von der Stadt überwacht», sagt Stefan Herfort, stellvertretender Leiter der Dienstabteilung Umweltschutz der Stadt Luzern. Beim Schwanennest am Carl-Spitteler-Quai waren plötzlich alle Schwaneneier verschwunden. Ein Vandalenakt kann nicht ausgeschlossen werden. Zudem sieht es danach aus, als ob jemand Stroh hinzugefügt habe. «Es ist nicht sinnvoll, wenn Personen zusätzliches Nistmaterial herantransportieren», so Herfort. Schwäne seien keine Haus,- sondern Wildtiere. Herfort: «Die Nester dürfen in keiner Art und Weise gestört oder beeinträchtigt werden».

rem


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