Im Zentrum soll wieder Leben einkehren

BUTTISHOLZ ⋅ Das Dorf braucht einen kräftigen Entwicklungsschub. Eine Arbeitsgruppe sagt nun, was zu tun wäre. Noch offen ist, was aus den Vorschlägen wird.
17. Mai 2017, 07:16

Darüber ist man sich in Buttisholz einig: Im Zentrum muss etwas gehen. Deshalb hat eine breit abgestützte Arbeitsgruppe dieses Thema seit August 2015 während 22 Sitzungen aufgegriffen. Das achtköpfige Gremium richtete seinen Fokus auf drei Bereiche: Einkauf/Detailhandel, Wohnen und öffentliche Bedürfnisse sowie Verkehr und freie Räume.

Nun liegt der Abschlussbericht vor. Dieser zeigt deutlich: Der Schuh drückt. Sehr viele der aufgeführten Punkte hat die Arbeitsgruppe mit Priorität 1 gekennzeichnet. Deren Realisierung stuft sie als kurzfristig, also in einem Zeithorizont von einem bis fünf Jahren, ein.

Konkret heisst das etwa für den Bereich Einkauf/Detailhandel: Die Arbeitsgruppe setzt ihren Fokus klar auf dessen Sicherstellung im Dorf. Sinnvollerweise müsste dies an einem zentralen Ort mit verschiedenen Detaillisten und mit einer zeit- und marktgerechten Infrastruktur zu realisieren sein, sagt Walter Koch, Präsident der Arbeitsgruppe. Dies würde bedeuten, dass eine Metzgerei, eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft – eventuell mit integrierten Café-Ecken – im Dorfkern Süd «alles unter einem Dach» anbieten. Das mache umso mehr Sinn, da «de frisch Egge» signalisiert habe, im Sommer zu schliessen, so Koch.

Ein Knackpunkt könnte hier aber sein, dass mit dem Gemeinderat, dem Gewerbe, den Detaillisten und den Grundeigentümern diverse Player in die Lösungsfindung involviert sind. Zudem gebe es beim erwähnten Gebiet denkmalgeschützte Objekte, so der Präsident. Dennoch betont er: «Wir müssen den Detailhandel in Buttisholz stärken.» Das heisst für ihn auch: Sollte der Standort Dorfkern Süd nicht zu realisieren sein, gelte es, eine Alternative – beispielsweise im Gebiet «Hirschen»-Areal/Gass – zu finden. So oder so: Das Zentrum müsse unbedingt mit Aktivitäten neu belebt werden, erklärt Koch.

Neuer Treffpunkt mit Gastroangebot

Bei den Massnahmen im Bereich Wohnen und öffentliche Bedürfnisse spricht sich die Arbeitsgruppe für den Richtplan Dorfzentrum aus. «Wir befürworten auf dem Gebiet auch eine moderate Förderung von Wohnungsbau und Gewerbeflächen», betont Walter Koch. Weiter soll ein Treffpunkt mit laufendem Gas­troangebot geschaffen werden. In dieser Beziehung machten die Gemeinde und die GAB (Gemeinschaftsantennen-Anlage-Betreiber) bereits einen Schulterschluss. Der Betrieb des seit Ende 2014 geschlossenen Restaurants Hirschen soll 2018 wieder aufgenommen werden.

Bezüglich Verkehr und Räume spricht sich die Gruppe dafür aus, den Landwirten Perspektiven aufzuzeigen. Zudem soll die Gemeinde genügend öffentliche Parkplätze anbieten. Am Rechtsvortritt an den beiden Hauptkreuzungen sei als verkehrsberuhigende Massnahme festzuhalten.

Die «strategische Vorarbeit» sei nun geleistet, sagt Walter Koch. «Jetzt ist der Gemeinderat gefordert, die entsprechenden Massnahmen an die Hand zu nehmen.» Weil die Arbeitsgruppe die Meinung der Fachgremien in den Bericht integrieren wollte, kontaktierte sie auch die Bauberatung, die Denkmalpflege und den Ortsplaner. Diese hätten jedoch mit ihrem Vierphasenplan eine andere, viel umfassendere Vorstellung einer Zentrumsplanung, erklärt Koch. «Mit den allgemeinen Grundlagen und der Arbeit unserer Gruppe ist vieles aufgearbeitet worden und braucht deshalb keine nochmalige, ergänzende Analyse.» Nun sei eine gute Umsetzungsstrategie gefragt. Zudem ist für Koch eine «offene, transparente und ehrliche Kommunikation sehr wichtig».

«Das Zentrum darf nicht aussterben»

Gemeindepräsident Franz Zemp sagt zur Situation: «Der vorliegende Bericht stellt für uns eine wertvolle Aussenansicht mit Varianten dar.» Der ganz zentrale Punkt der Arbeit sei der Einbezug der betroffenen Bevölkerung. Für die drei von der Arbeitsgruppe unter die Lupe genommenen Massnahmen sieht Zemp «ganz bestimmt Bedarf». Zudem sagt er: «Viele Bürger möchten möglichst viel vom heutigen Zustand bewahren.» Das gelinge aber nur, wenn eine Grundversorgung im Dorfzentrum aufrechterhalten und leicht ausgebaut werden könne. Weiter gehörten die Bereitstellung von attraktivem Wohnraum in Zentrumsnähe und eine vernünftige Lenkung der Verkehrsströme dazu. «Das Dorfzentrum darf nicht aussterben.» Sie seien aber nicht in Eile, so Zemp. «Trotzdem ist es sehr wichtig, die angestossenen Ideen nicht wieder einschlafen zu lassen.» Deshalb will der Gemeinderat an der Klausur vom September den Bericht im Detail beraten.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch


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