Hochhüsliweid: Ist die Freizeitanlage in Gefahr?

STADT LUZERN ⋅ Eine geplante Wohnüberbauung in der Nähe eines beliebten Spiel- und Grillplatzes könnte dereinst für Ärger sorgen. Dem will der Quartierverein Seeburg-Würzenbach-Büttenen vorbeugen.
04. Dezember 2017, 05:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Die Stadt Luzern besitzt im Würzenbach-Quartier über 30000 Quadratmeter Bauland in der Wohnzone. Im Gebiet Hochhüsli­weid könnte künftig vier Stockwerke hoch gebaut werden, da sich das Areal in der entsprechenden Bauzone befindet. In diese Zone gehört auch ein angrenzendes Grundstück, das sich jedoch auf Adligenswiler Boden befindet. Hier sollen künftig gemeinnützige Wohnungen entstehen. Deshalb streben die Stadt Luzern und die Gemeinde Adligenswil seit 2015 eine gemeinsame Entwicklung des Areals an.

Das Adligenswiler Grundstück gehört der SBL-Wohnbaugenossenschaft Luzern, die bereits in der Nähe auf Stadtluzerner Boden eine Liegenschaft mit rund 50 Wohnungen besitzt. Die Stadt muss noch einen gemeinnützigen Wohnbauträger für ihr freies Grundstück bestimmen. «Nach aktueller Planung soll die Ausschreibung zur Abgabe im Baurecht an gemeinnützige Wohnbauträger im Frühjahr 2018 erfolgen. Der Stadtrat muss darüber noch entscheiden», sagt Dominic Church, Projektleiter strategische Planung Stadt Luzern.

Bekannt ist bereits, dass die Stadt Luzern durch ein interdisziplinäres Team das bauliche Potenzial des Grundstücks hat überprüfen lassen. Das Resultat dieser Machbarkeitsstudie wurde anlässlich einer Informationsveranstaltung in der Hochhüsliweid-Hütte bekanntgegeben. So könnten auf diesem Areal 60 bis 80 Wohnungen auf mehrere Häuser verteilt realisiert werden.

Bezug ist im Jahr 2024 vorgesehen

Dabei werde die Idee, die Wohnungen auf maximal drei Häuser zu verteilen, favorisiert – dies auch im Sinne des verdichteten Bauens und wegen der einzuhaltenden Grenzabstände. «Der Abschlussbericht zur Machbarkeitsstudie liegt dem Stadtrat vor», sagt Church. Darin werden die städtebaulichen Rahmenbedingungen festgehalten. Der Bezugtermin für die geplanten Wohnungen wird vorsichtig auf das Jahr 2024 datiert.

Die SBL-Wohnbaugenossenschaft Luzern hätte Interesse, auch das noch nicht vergebene Grundstück auf Stadtluzerner Boden zu übernehmen. Dem SBL-Geschäftsbericht 2015 ist zu entnehmen, dass «der konstruktive Geist» zwischen den drei ­beteiligten Landbesitzern – der Erbengemeinschaft Brunner, der Stadt Luzern und der SBL – das Projekt ein gutes Stück weitergebracht habe. Damit wird die erfolgte Testplanung angesprochen. Dafür hatten drei einge­ladene Architekturbüros ihre Vorschläge eingereicht. «Auf der Basis der Testplanung konnte ein Masterplan ausgearbeitet werden. Dieser garantiert nun eine ganzheitliche Planung des Areals, unabhängig von den Grundstückgrenzen», sagt Markus Mächler, Präsident der SBL-Genossenschaft Luzern und ehemaliger CVP-Grossstadtrat.

Sorgen um den Spielplatz

In der Nähe der geplanten Überbauung befindet sich die Freizeitanlage Hochhüsliweid. Diese wurde vor rund 42 Jahren in Fronarbeit erstellt und der Spielplatz vom Luzerner Kinderparlament einst zum schönsten der Stadt ernannt. Nun kämpft der Trägerverein der Freizeitanlage für deren Erhalt. «Wir setzen uns dafür ein, dass die Hütte und der Spielplatz auch in Zukunft bestehen bleiben können», sagt Vereinspräsident Hansueli Brügger.

Damit ist er nicht allein, am gleichen Strang zieht auch der Quartierverein Seeburg-Würzenbach-Büttenen. Dieser teilt mit dem Trägerverein die Sorge, dass dereinst die Bewohner der geplanten Überbauung und die Benützer der Freizeitanlage in einen Konflikt geraten könnten.

Ähnliche Vereinbarung wie beim Treibhaus als Idee

Josef Galetti, Präsident des Quartiervereins, sagt: «Je mehr Nachbarn es gibt, desto grösser das Konfliktpotenzial.» Er befürchtet, dass Lärmemissionen der Spielbaracken und des Grillplatzes der Freizeitanlage Hochhüsliweid die künftigen Bewohner stören könnten. «Wir haben Angst, dass es immer mehr Druck gibt und die Freizeitanlage mittelfristig nicht mehr tragbar wird.» Das wolle man mit allen Mitteln verhindern.

Dazu sieht Galetti mehrere Möglichkeiten: Man könnte zum Beispiel Einfluss nehmen auf die Wohnungseinteilung: «Wie bei der Butterzentrale könnten zum Beispiel die Schlafzimmer nicht Richtung Freizeitanlage eingeplant werden.» Auch könne er sich eine Dienstbarkeitsvereinbarung vorstellen. Eine solche besteht bereits für das Jugendkulturhaus Treibhaus sowie den Spielleute-Pavillon im Tribschenquartier (Artikel vom 13. November). Die Vereinbarung sieht vor, dass gewisse Emissionen geduldet werden müssen. Dies ist auch im Grundbuch vermerkt.


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