Jugendliche stellen an der Zebi die Weichen für ihre Zukunft

BILDUNGSMESSE ⋅ Tausende Schüler besuchen in diesen Tagen die Zentralschweizer Bildungsmesse (Zebi), um sich über diverse Berufswege zu informieren. Auch wenn es für viele nun ernst gilt, haben doch nicht alle konkrete Pläne.
10. November 2017, 20:05

«Sehr wichtig», antworten zwei Lehrer auf die Frage, wie wichtig der Besuch an der Zentralschweizer Bildungsmesse (Zebi) für die Jugendlichen denn eigentlich sei. «So viele Berufe werden hier präsentiert», sagt Igor Horvat, der mit seiner Sek-A-Klasse aus Ebikon angereist ist. «Und zwar nicht nur theoretisch, wie es auch im Klassenzimmer möglich ist. Die Jugendlichen erhalten hier Auskunft aus erster Quelle und können an Ständen direkt mit Lehrlingen sprechen.» Gleicher Meinung ist Eljakim Gogniat, der die Zebi mit seiner Sek-C-Klasse aus Emmenbrücke am Donnerstag besucht hat: «Die Zebi ist eine Riesensache – zumal es seit den kantonalen Sparmassnahmen immer weniger solcher Angebote gibt.»

Die Schülerinnen und Schüler der beiden Lehrer sind einige von Tausenden, die von Donnerstag bis Sonntag an die Zebi in der Messe Allmend strömen. Dort hoffen sie, Antworten auf die gar nicht einfache Frage «Was will ich später werden» zu finden. Dafür steuern sie von Stand zu Stand der rund 160 Aussteller, die etliche verschiedene Berufe präsentieren. Und obschon viele Ak­tionen wie Wettbewerbe (eine Sprachreise gefällig?) und kleine Geschenke (Gratis-Zuckerwatte) den Anschein erwecken, als wollten die Firmen angehende Lehrlinge ködern, steht für die meisten Teenager die Information im Vordergrund. So auch für die zwei Klassen aus Emmen und Ebikon (beide 2. Oberstufe), für die es bald nämlich ernst gilt: Im Frühling müssen die Schüler mit der Lehrstellensuche beginnen. Mit schon recht genauen Ideen machen sich Selina Hellmüller (14) und Lorena Weber (13) aus Emmen auf den Weg zu den Ständen. Erste Station: Lidl Schweiz. «Detailhandel ist seit ein paar Jahren wieder sehr beliebt», bemerkt Lehrer Gogniat, der sie begleitet. Wie lange die Ausbildung dauert, welche Anforderungen es braucht und wie viel man verdient, sind Fragen, die Lorena und Selina dort geduldig beantwortet werden. Beim Fuchs Hair-team erfahren sie, dass das Fach Naturlehre wegen des Gebrauchs von Farben und Chemikalien wichtig ist, und bei der Confiserie Bachmann wird wegen der Mengenberechnung der Backzutaten Wert auf gute Noten in Mathematik gelegt – was von Lehrer Gogniat nicht ohne Genugtuung zur Kenntnis genommen wird.

«Berufseinstieg wird für einige nicht leicht»

Noten sind bei der Sek-C-Klasse ein recht grosses Thema. Denn wer in dieser Stufe ist, hat es bei manchen Berufen schwerer, eine Lehrstelle zu finden. Das weiss auch Stefan Silva Borges (14), der unbedingt «etwas mit Autos» machen möchte. «Ich hoffe, ich schaffe es, Automobilfachmann zu werden.» Insgesamt, meint Gogniat, seien die Schüler im Hinblick auf die Berufswahl recht motiviert. Er sagt aber auch: «Für einige wird es nicht leicht, den Berufseinstieg zu finden.»

Für ein paar Schüler der Sek-A-Klasse kommen statt einer Lehre zudem das Kurzzeitgymnasium und ein späteres Studium in Frage. So für Jennifer Thai (14), die unter anderem den Stand der Hochschule Luzern aufsucht. «Ich habe aber noch keine Ahnung, was ich studieren könnte. Vielleicht etwas mit Sprachen», sagt sie. Und was wäre die Alternative? «Fachfrau Betreuung!»

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch


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