Juso fordern Kompromissbereitschaft der Stadt Luzern

HAUSBESETZUNG ⋅ Noch immer besetzen Aktivisten die Liegenschaft Auf Musegg 1 in Luzern. Am Mittwoch wird der Stadtrat über das weitere Vorgehen beraten. In einem offenen Brief bittet die Juso Luzern den Stadtrat, sich gegenüber den Besetzern kompromissbereit zu zeigen.
17. April 2018, 13:18

Das dies bereits die sechste Besetzung innert zwei Jahren ist, zeigt, dass der Wunsch nach einem unkommerziellen Raum in der Stadt Luzern ungebrochen ist, heisst es im Schreiben der Juso an den Luzerner Stadtrat vom Dienstag. Es sei zu akzeptieren, dass es in der Stadt Luzern Menschen gibt, die sich nach einem solchen Freiraum sehnen.

Die Juso Luzern bittet den Stadtrat deshalb, von einer allfälligen Strafanzeige abzusehen und die Besetzung Auf Musegg 1 zu tolerieren und zu legalisieren. Des Weiteren fordern sie den Stadtrat auf, mit den Besetzenden nach einer einvernehmlichen Lösung, mit dem Ziel einer vorübergehenden Nutzung des Gebäudes Auf Musegg 1 durch die Gruppe «Pulp@», zu suchen.

Für die Juso Luzern sei leerstehender städtischer Raum nicht akzeptierbar und auch grosse Teile der Bevölkerung könnten dies nicht nachvollziehen, heisst es im Schreiben weiter. Der Leerstand werde durch einen gesundheitsgefährdenden Schimmelsporenbefall gerechtfertigt. Die Besetzenden hätten jedoch öffentlich verlauten lassen, dass dieser Schimmelbefall nur leicht und oberflächlich sei und einer Nutzung nicht im Weg stehe, bzw. der Schimmel entfernt werden könne.

Die Juso sei aufgrund der Aussagen der Gruppe «Pulp@» von der stadträtlichen Begründung nicht restlos überzeugt und fordere ein unabhängiges Gutachten über den Zustand der Räumlichkeiten. Mindestens bis ein solches Gutachten vorliege, und die Juso Klarheit über den Zustand des Gebäudes habe, sei eine polizeiliche Räumung oder eine erneute Androhung dieser nicht verhältnismässig. (pd/zim)


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