Kantonsrat will Patrouille-Suisse-Jets nicht vom Himmel holen

EMMEN ⋅ Das Parlament will nichts wissen von weniger Flügen der Patrouille Suisse. Ein Argument stach heraus.
Aktualisiert: 
15.05.2017, 19:00
15. Mai 2017, 16:11

Keine Übungs- und Formationsflüge der Patrouille Suisse über dicht besiedeltem Gebiet mehr: Dafür hätte sich die Luzerner Regierung bei den Bundesstellen einsetzen sollen, wäre es nach dem Willen von Grüne-Fraktionschefin Monique Frey aus Emmen gegangen. Die Mehrheit des Kantonsrats wollte davon jedoch nichts wissen und lehnte das Postulat von Frey mit 92 zu 19 Stimmen ab. Frey reichte ihren Vorstoss nach dem Absturz eines F-5-Tiger-Jets in den Niederlanden ein. Das Unglück zeige, mit welchen Sicherheitsrisiko die Bevölkerung rund um den Flugplatz Emmen seit Jahren lebe.

Diese Argumentation kam bei den bürgerlichen Vertretern des Parlaments schlecht an. Eine hundertprozentige Sicherheitsgarantie gebe es nie, sagten etwa die Sprecher von CVP und FDP, Markus Odermatt (Ballwil) und Johanna Dalla Bona-Koch (Kriens). Ein  einziger Unfall in der 53-jährigen Geschichte der Patrouille Suisse zeige, dass das Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung klein sei, sagte Dalla Bona-Koch. Für SVP-Sprecher Pirmin Müller (Luzern) zeigt der Vorstoss «einmal mehr auf, wie ein Einzelfall für politische Propaganda missbraucht wird». Auch Franz Räber (FDP, Emmenbrücke) enervierte sich: «Dauernd wird der Flugplatz von den Militärgegnern torpediert.»

Am meisten Arbeitsplätze pro Flugbewegung

Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker (SVP) sagte, die Regierung sei nicht erfreut gewesen, als sie von der Schliessung des Flugplatzes Sion erfahren habe. Es wäre seiner Ansicht nach aber vermessen gewesen, keine zusätzlichen Flugbewegungen zu erhalten. Emmen sei jedoch jener Flugplatz, der pro Flugbewegung am meisten Arbeitsplätze aufweise, nämlich rund 1700. Mit dem gleichen Argument – der Flugplatz sei ein wichtiger Arbeitgeber – fochten neben Winiker fast alle Kantonsräte, die gegen das Postulat von Monique Frey votierten.

(nus)


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