Könige beziehen ihren Prunkbau

MALTERS ⋅ Der Gemeinderat persönlich nahm am Motteri-Umzug teil. Hoch über dem Publikum schwebend zelebrierte er den Umzug in seinen neuen Palast.
13. Februar 2018, 05:00

Nun, um 14 Uhr wäre in Malters der Umzugsbeginn angesagt gewesen – aber da war noch gar nichts auszumachen. Was sollte es auch eilen: Die Sonne wärmte vom fast wolkenlosen Himmel, von allen Seiten strömten Zuschauer herbei. Es liess sich gut und bekömmlich warten und dabei das Treiben der vielen wilden Gruppen und Einzelmasken verfolgen – Dorffasnacht eben.

Schliesslich ging es dann kurz vor halb drei aber los. Ein farbiger Korso zog an den gut 11'000 Zuschauern vorbei. Der 41. Motteri-Umzug lebte als Ganzes mehr von den vielen kleineren, feiner gewobenen Sujets – auch wenn es auch einige eindrückliche Nummern Richtung Grösse XXL gab: Die BLAFF-Familien etwa mit der kreischenden Affenbande oder die Gruppe Zündstoff mit ihrer Inszenierung von dolce far niente. Eher Düsteres kam von den Wageschlepper. Sie kündeten an, dass dereinst 3-D-Drucker unsere Lebenszeit verlängern könnten; dann eben, wenn die Maschinen gar Organe ausspeien können. Aber noch sei es «noni so wiit». Und so riefen sie zur Organspende auf – Anschauungsunterricht inklusive.

Den bevorstehenden Umzug der Gemeindeverwaltung in die Zentrumsüberbauung glossierten die Mausohren überaus originell. Sie zeigten, wie der Gemeinderat «mit Trompeten und Fanfare – wie ne König wo ned muess schpare» zügelt. Hoch über das Fasnachtspublikum hinweg schwebten die Behördenmitglieder als Königinnen und Könige in royalen Sesseln und erheischten lautstark Aufmerksamkeit und Ehrerbietung.

 

Hannes Bucher

region@luzernerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: