Kommentar

Höhe der Boni: Lohnpolitik im Wanken

LUZERN ⋅ Gabriela Jordan, Redaktorin Ressort Stadt/Region, zum Vergütungssystem bei ausgelagerten Betrieben.
13. Juni 2017, 20:10

Selbst Wirtschaftsforscher bestätigen mittlerweile: Boni schaden Unternehmen im Grunde mehr als sie nützen. Das Vergütungssystem führt zu kurzfristigem Denken und Handeln, zerstört die Leistungsbereitschaft der Normalverdiener und hat überdies keinen signifikanten Einfluss auf den Unternehmenserfolg.

Die Höhe der Boni sorgt immer wieder für Diskussionen. Egal, ob es sich um 14 Millionen für UBS-CEO Sergio Ermotti oder 200 000 für Stephan Marty von der EWL handelt. Dass die Stadt Luzern in diesem Thema mit gutem Beispiel vorangeht und eine Obergrenze einführt, ist daher richtig und wichtig. Eine Boni-Limite von 60 Prozent des Grundlohns für Geschäftsleiter städtischer Betriebe ist zu begrüssen. Der Vorschlag des Stadtrats würde eine einheitliche Regelung schaffen und – im Gegensatz zur Forderung der SP – die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht mindern.

Damit EWL und Co. attraktive Arbeitgeber bleiben, müssen sie ihre Lohnstruktur selber und branchenabhängig bestimmen können. Auch dies berücksichtigt der städtische Vorschlag – der darüber hinaus ein Signal für den Kanton sein könnte, eine ähnliche Regelung ins Auge zu fassen.

 

Gabriela Jordan

Ressort Stadt/Region

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch


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