Meggerstrasse soll für Velos und Fussgänger sicherer werden

ADLIGENSWIL ⋅ Die Gemeinde will die Meggerstrasse sanieren. Zum Projekt, über das am Sonntag abgestimmt wird, gehört auch ein neuer Velo- und Fussweg. Ist das Luxus? Über diese Frage scheiden sich in Adligenswil die Geister.
17. Mai 2017, 07:14

Kurvig und eher unübersichtlich ist die Meggerstrasse, welche Adligenswil mit Meggen verbindet. Zudem ist der Belag in die Jahre gekommen. Die Gemeinde will deshalb die Strasse auf einem 600 Meter langen Abschnitt sanieren und aus Sicherheitsgründen mit einem Velo- und Fussweg ergänzen. 2,4 Millionen Franken kostet das Projekt. Der Bund beteiligt sich mit 570 000 Franken.

Im Schnitt 3200 Autos befahren die Strasse pro Tag. Aus Sicht der Gemeinde Adligenswil ist der Bau des Velo- und Fusswegs nötig, wie Geschäftsführer Lucas Collenberg sagt: «Für Fussgänger besteht nur ein schmaler Trampelpfad neben der Strasse, der im Winter nicht geräumt wird. Und für Velofahrer ist es unangenehm, weil auf der Strasse schnell gefahren wird.» Der neue Weg kann jedoch nicht durchgehend erstellt werden. Er führt lediglich bergwärts bis zum Moor. Dort wird er wegen des Moorschutzes als Velostreifen weitergeführt.

Mehrkosten von 750 000 Franken

Es sei nun der richtige Zeitpunkt, um über das Projekt zu entscheiden, sagt Collenberg. «Vor allem wegen der Subventionen.» Der Bund beteiligt sich nur, wenn das Projekt bis Ende 2018 abgeschlossen ist. Eine Strassensanierung ohne Velo- und Fussweg würde laut Gemeinderat rund 1,1 Millionen Franken kosten. Die Mehrkosten für die Gemeinde Adligenswil belaufen sich somit auf 750 000 Franken.

Am nächsten Sonntag wird in Adligenswil über den Strassenausbau abgestimmt. Bei den Parteien ist das Projekt umstritten. Die CVP lehnt es ab. «Das Projekt überzeugt wirtschaftlich nicht», teilt die Partei mit. Sie verweist auf die schwierige Finanzlage der Gemeinde. Zwei Steuererhöhungen und Sparprogramme mussten in den letzten Jahren umgesetzt werden. Zudem stehen mit der Neugestaltung des Dorfkerns und der Schulraumplanung grosse Investitionen an.

Auch für Teile der SVP ist das Strassenprojekt zu teuer. Die Parteileitung ist gegen den Sonderkredit. Für die Abstimmung wurde Stimmfreigabe beschlossen. Zwar begrüsse es die Partei, wenn die Sicherheit erhöht werden könne, sagt Co-Präsident Roger E. Rölli. «Die Finanzlage lässt eine solche Investition aber nicht zu.» Für Rölli ist fraglich, ob es den Velo- und Fussweg überhaupt braucht. «Auf dem Abschnitt fahren nur wenige Velos. Unfälle sind mir keine bekannt.»

Temporeduktion statt Veloweg?

CVP und SVP sind der Meinung, dass die Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 Stundenkilometer gesenkt werden soll, statt die Strasse teuer zu sanieren. Auch der Gemeinderat setzt sich für eine Temporeduktion ein, ist aber bisher beim Kanton abgeblitzt. Die Frage, ob sich Adligenswil das Projekt leisten kann, beantwortet Geschäftsführer Lucas Collenberg nicht mit einem klaren Ja. «2017 und 2018 ist das Projekt finanzierbar», sagt er. Im Budget 2017 sind bereits 1,3 Millionen Franken eingeplant.

Die SP unterstützt das Projekt, wie Präsidentin Silvie Grünwald sagt. «Man hätte es aber viel früher anpacken können.» Die hohen Kosten seien auch der SP ein Dorn im Auge. «Wir sagen deshalb eher zähneknirschend Ja.» Das Projekt sei wichtig, weil die Sicherheit der Fussgänger und Velofahrer heute gar nicht gewährleistet sei.

Ohne Vorbehalt unterstützt die FDP die Sanierung und Erweiterung. «Die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer wird damit massiv verbessert», sagt Präsidentin Marion Maurer. Die Strasse müsse ohnehin saniert werden. «Die effektiven Mehrkosten von 750 000 Franken für die Erweiterung sind es uns wert. Das ist kein Luxusbau.»

Den Ausgang der Abstimmung werden auch die Megger aufmerksam verfolgen. Denn die Sanierung und Erweiterung der Strasse ist ein gemeinsames Projekt. Auf Megger Boden ist ein 300 Meter langer Abschnitt betroffen, die Strasse heisst dort Adligenswilerstrasse. Die Sanierung und Erstellung eines Velo­streifens kostet 300 000 Franken, der Bund beteiligt sich mit 105 000 Franken. Ein Fussweg ist schon vorhanden. Gemeindeammann Hans­Peter Hürlimann: «Wir warten nun die Abstimmung in Adligenswil ab und werden danach über das weitere Vorgehen entscheiden.»

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch


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