Mit Flick-Tipps gegen Güselberge

ZENTRALSCHWEIZ ⋅ Die Zentralschweizer Kantone lancieren die Kampagne «E chline Schritt». Damit soll Abfall vermieden und nachhaltiger konsumiert werden. Wie dies geht, zeigt der Luzerner Baudirektor gleich selbst.
19. Mai 2017, 07:03

Sebastian Hofer

sebastian.hofer@luzernerzeitung.ch

«Ob reparieren, teilen, ausleihen oder Energie sparen, alle können einen Beitrag zur Schonung der Ressourcen leisten», sagte Regierungsrat Robert Küng, Präsident der Zentralschweizer Umweltdirektion, als er gestern im Neubad Luzern die Kampagne «E chline Schritt» lancierte.

Daniel Christen, Kampagnenleiter und Dienststellenleiter Umwelt und Energie, ergänzte: «Mit der Website e-chline-schritt.ch und lokalen Aktivitäten soll während der nächsten drei Jahre gezeigt werden, wie man einen kleinen Schritt zu einem bewussten Konsum machen kann.» Ziel sei es, die Bevölkerung für diese Themen zu sensibilisieren.

Jedes Jahr ein anderes Thema im Fokus

Die Kampagne wird in drei Schwerpunktthemen eingeteilt: «Flicke», «Teile» und «Sorg ha». Diese finden in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Vereinen, lokalen Initiativen oder Partnern aus der Wirtschaft statt. Daniel Christen erklärt: «Jedes Jahr wird ein anderes Schwerpunktthema angepackt.» 2017 sei dem Thema «Flicke» gewidmet. Deshalb finden in der Zentralschweiz zahlreiche lokale Aktionen statt, die der Reparatur jeglicher Produkte dienen. Ein Beispiel dafür ist das «Repair Café», das monatlich unter anderem im Neubad stattfindet. Luzerner können dort unter Anleitung von ehrenamtlichen Reparaturprofis ihre defekten Gegenstände reparieren.

Wie das genau funktioniert, demonstrierten Robert Küng und ein Veloexperte gleich selbst vor Ort. Ausgestattet mit Schürze und Gummihandschuhen, wechselte Küng unter Anleitung einen Veloreifen und montierte einen Gepäckträger. Er meinte: «Jedes zweite Jahr gehe ich mit dem Velo auf Reisen und lege dabei rund 1000 Kilometer zurück, selbst musste ich mein Velo zum Glück nie reparieren.» Ein anderes Online-Angebot ist der Reparaturführer, auf dem sich unter anderem Flickanleitungen finden.

Nach «Flicke» folgen die Themen «Teile» und «Sorg ha». Tauschbörsen, Netzwerke und nachhaltiges Einkaufen stehen im Fokus. Durchgeführt wird die Dreijahreskampagne, für die 500 000 Franken budgetiert sind, von den Zentralschweizer Umweltdirektionen. Knapp die Hälfte der Ausgaben wird aus einem gemeinsamen Topf finanziert, in den jeder Kanton je nach Bevölkerungsgrösse einzahlt. «Für den Rest dürfen wir mit Sponsorengeldern rechnen», sagt Hans Ruedi Arnet, Sprecher der Dienststelle Umwelt und Energie.


Leserkommentare

Anzeige: