Moor soll sich wieder mit Wasser füllen

KRIENSEREGG ⋅ Vor Jahrzehnten wurde das Hochmoor Foremoos zu grossen Teilen entwässert. Weil sich dadurch­ die Vegetation verändert hat, wird dies rückgängig gemacht. Das ist einfacher gesagt als getan.
11. August 2017, 06:47

Auf der Krienseregg kommt es demnächst zu Massnahmen der Moorerhaltung: Wie der Website der Gemeinde Kriens zu entnehmen ist, ist eine Regeneration des Hochmoorgebiets Foremoos geplant. Dieses hat eine Fläche von 19,5 Hektaren. Zuständig für das Projekt ist die kantonale Dienststelle Landwirtschaft und Wald, konkret die Abteilung Natur, Jagd und Fischerei.

Weshalb die Massnahmen im Foremoos notwendig sind, erklärt der stellvertretende Abteilungsleiter Thomas Stirnimann. Ihm zufolge wurden vor Jahrzehnten, als man noch auf eine möglichst produktive Land- und Forstwirtschaft angewiesen war, bei zahlreichen Mooren Gräben gegraben. «Die Gräben sollten das Gebiet entwässern und geeignetere Bedingungen für das Wachstum von Wald schaffen. Auf nassem Boden wachsen Bäume schlecht.» Über die Jahre hätten die Gräben aber dazu geführt, dass die «hochmoortypische Flora und Fauna zusehends verschwand» – so etwa der Sonnentau, eine fleischfressende Hochmoorpflanze, und der Hochmoorgelbling, ein Schmetterling.

Kanton folgt dem Auftrag des Bundes

Da alle Moore in der Schweiz seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative 1987 unter Schutz stehen, folgt der Kanton Luzern mit der Regeneration des Foremooses dem Schutzauftrag. Laut Stirni­mann wurden die wichtigsten Massnahmen bereits 2008 umgesetzt. Damals wurden viele Gräben wieder verschlossen. Beim jetzigen Projekt geht es um eine Nachbesserung: So sollen im Herbst einige weitere Gräben auf zwei kleineren Flächen mit Sägemehl und Torf aufgefüllt werden. Mit der sogenannten Grabenverdämmung wird das Gebiet wieder vernässt – was einfacher klingt, als es ist: So gilt es, einen idealen Wasserstand zu erreichen. Ist er zu hoch, wird die hochmoortypische Vegetation überschwemmt und vernichtet. Ist er zu niedrig, können die Ziele der Regeneration nicht erreicht werden (siehe Kasten). Für eine erfolgreiche Regeneration waren laut Stirnimann differenzierte ökologische und hydrologische Abklärungen nötig. Durch diese sowie die baldigen Massnahmen belaufen sich die Projektkosten auf 20 000 Franken. Diese werden mehrheitlich vom Bund getragen, den Rest finanziert der Kanton Luzern mit Geldern aus dem Lotteriefonds. Die Bauarbeiten sind während rund zwei Wochen im Oktober geplant. Laut Stirnimann ist dies die ideale Zeit: «Im Herbst ist die Vegetationszeit vorüber. Und gegenüber anderen Jahreszeiten ist der Boden trockener und tragfähiger – was für die Maschinen notwendig ist.»

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: