Die Feldmusik Malters feiert ihren «Stoffwechsel»

EINWEIHUNG ⋅ Die Feldmusik Malters hat am Sonntag ihre neue Uniform präsentiert. In der über 140-jährigen Vereinsgeschichte ist es erst die sechste. Im Vergleich zu früher hat sich der Preis vervielfacht.
10. September 2017, 19:54

Die Feldmusik Malters, unter der Leitung von Roli Bannwart, musiziert seit Sonntag in den Farben blau-schwarz. Unter dem Motto «Stoffwechsel» haben die 36 Mitglieder zwei Tage lang in der Sporthalle Oberei ihre neue Uniform gefeiert, die in der über 140-jährigen Vereinsgeschichte erst die sechste ist. «Wenn eine neue Uniform angeschafft wird, wird Stoff gewechselt», erklärt OK-Präsident und FDP-Kantonsrat Ruedi Amrein aus Blatten die etwas aussergewöhnliche Bezeichnung für eine Neuuniformierung. Gerade weil der Begriff Stoffwechsel meist nicht in diesem Zusammenhang erwähnt werde, habe man ihn gewählt. Denn er lasse viel Interpretationsspielraum zu und könne grafisch originell aufgearbeitet werden, ergänzt Amrein.

Bestehend aus einer schwarzen Hose, weissem oder schwarzem Hemd, Curaçao-blauem Kittel, taubenblauem Gilet und einer blauen Krawatte wurde die neue Uniform von der Schuler Manufaktur 6418 in Rothenthurm hergestellt. Auffallend ist die schicke Kopfbedeckung: der Bogarthut mit schwarzer, schmutzabweisender Krempe, der seinen Namen dem berühmten Schauspieler Humphrey Bogart verdankt.

Uniform ist auch bei Jungen beliebt

Alles in allem kamen die massgeschneiderten Uniformen bei Musikanten und Publikum gut an. Das jüngste Mitglied der Feldmusik, die 20-jährige Angela Zurkirchen aus Schachen, fand etwa: «Sie ist moderner im Schnitt, festlich sowie leichter und bequemer im Tragen als die letzte.» Ist eine Uniform bei den Jungen überhaupt noch in? «Ich bin stolz, eine Uniform tragen zu dürfen. Sie gehört zur Blasmusik wie eine Tracht zu einem Trachtenverein», sagte die Klarinettistin. Etwas länger dabei ist Josef Vogel (76) aus Malters, Waldhornist. Er ist das älteste Mitglied des Vereins und macht schon seit 1957 Blasmusik. In seiner blasmusikalischen Laufbahn sei die gestrige Neuuniformierung bereits die dritte gewesen, erzählte er.

Günstig war der Stoffwechsel nicht: Laut Ruedi Amrein kostet eine einzelne Uniform 2000 Franken. Eine Neuuniformierung sei daher jeweils ein Meilenstein und eine der grössten Investitionen für den Verein. Finanziert wurde das Ganze durch Sponsoren und Gönner, den Einnahmen aus der Festwirtschaft sowie den Konzerteintritten. Das OK sei überwältigt vom Entgegenkommen der Sponsoren und Gönner, sagte Amrein in seiner Dankesrede vor den rund 300 Gästen. Auch Meinrad Sommer, Präsident der Feldmusik Malters, sagte. «Es ist schön, zu spüren, dass die Feldmusik im Dorf so gut getragen wird.»

Der erste Stoffwechsel des Vereins fand im Jahr 1891 statt, weitere folgten 1911, 1947, 1965 und 1988. Obwohl eine neue Uniform im Jahr 1891 lediglich 41.70 Franken kostete, war man schon damals auf die finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. So steht in der Chronik der Feldmusik: «Reichlich flossen die Gaben von allen Seiten, und die Gabensammler mussten nur an wenigen Orten unverrichteter Dinge abziehen.»

Einsegnung mit Worten von Mani Matter

Schliesslich durfte an der gestrigen Feier auch die Einsegnung der neuen Uniform nicht fehlen.

Pastoralraumleiter und Gemeindeleiter Seppi Hodel stellte in seiner Predigt die Musik und den Stoff in den Mittelpunkt: «So wie sich die Musik verändert, so verhält es sich auch mit den Kleidern und den Uniformen.» Der Stoff sei ein Bekenntnis, ein Zeichen nach aussen und in einer Gemeinschaft etwas Wichtiges. Passend zum gestrigen Tag kam Hodel auf Mani Matters Lied «Mir hei e Verein» zu sprechen: «Mir hei e Verein, i ghöre derzue, und d Lüt säge: Lue, dä ghört o derzue, und mängisch ghören i würklech derzue, und i sta derzue.»

 

Monika van de Giessen

region@luzernerzeitung.ch


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