Neues Studentenheim an der Reuss in der Stadt Luzern

BAUGESUCH ⋅ Kantonsrat Urban Frye will auf seinem Grundstück in der St.-Karli-Strasse Wohnraum für angehende Musiker realisieren. Wegen der Spange Nord ist allerdings nur ein temporärer Bau geplant.
12. September 2017, 05:00

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Übungsräume, Gartensitzplatz und die Nähe zur Reuss: Das sieht die «Temporary Music Box», wie das geplante Studentenwohnheim Reussmatt im jüngst bei der Stadt Luzern eingegangenen Baugesuch bezeichnet wird, vor. Der Neubau an der St.-Karli-Strasse ist speziell für Studenten der neuen Hochschule für Musik beim Südpol in Kriens konzipiert.

Nebst Übungs- und Gemeinschaftsräumen sind im vierstöckigen Gebäude insgesamt 22 Wohnstudios vorgesehen. Bauherr ist Grundstückbesitzer Urban Frye, grüner Kantonsrat und früher beteiligt am Aufbau diverser Musikfestivals. Realisiert wird das Projekt vom Büro Dietschi Architekten in Adligenswil.

Module können andernorts wieder verwendet werden

Besonders erwähnenswert ist bei diesem Projekt folgender Aspekt: Weil das Grundstück dereinst vom Strassenprojekt Spange Nord tangiert werden dürfte, ist lediglich ein temporärer Bau geplant. Konkret geht es um die vierspurige Fluhmühlebrücke, die über der Parzelle von Urban Frye verlaufen würde – und aufgrund welcher auch das jetzige Wohnhaus von Urban Frye weichen müsste (Artikel vom 18. November 2016).

Im Baugesuch gehen die Projektverfasser davon aus, dass eine Nutzung der «Temporary Music Box» gemäss heutigem Wissensstand bis 2032 möglich ist. Das Wohnheim wird daher nicht für die Ewigkeit gebaut, sondern aus leichten, demontierbaren Holzmodulen, die auf der Baustelle ­innert kurzer Zeit neben- und übereinander gestapelt werden können. Laut Luciano Dietschi, Geschäftsführer des gleichnamigen Architekturbüros, können die Module später grösstenteils an einem anderen Ort wiederverwendet werden. Im Baugesuch heisst es ausserdem: «Da die in sich geschlossenen und voneinander getrennten Baukörper ­einen besseren Schalldämmwert als andere Konstruktionsverfahren haben, hat es sich fast von allein aufgedrängt, ein Studentenhaus für angehende Musiker zu entwickeln.»

Drei zusätzliche Parkplätze

Wie auf der Visualisierung ersichtlich ist, wird das Wohnheim an einem steilen Hang realisiert. Die Neigung beträgt durchschnittlich 40 Prozent. Der Zugang zu den Wohnungen soll deshalb über eine Brücke zum obersten Geschoss erfolgen, wo sich auch gedeckte Veloabstellplätze befinden. Auf der St.-Karli-Strasse sollen drei Parkplätze entstehen. Mit Rücksicht auf die zeitliche Begrenzung der Nutzung wird auf eine aufwendige Umgebungsgestaltung verzichtet. Die Kosten für das Bauprojekt betragen rund 3,2 Millionen Franken.

Zum Baugesuch konnte sich Urban Frye wegen der gestrigen Kantonsratssession nicht äussern. Was sein eigenes Haus betrifft, so hat er vor knapp einem Jahr angekündigt, den Rechtsweg gegen den Kanton einzuschlagen, sollte die Spange Nord eines Tages tatsächlich realisiert und er somit enteignet werden.


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