«Nicht mehr zeitgemäss» – Viva Luzern schliesst zwei Pflegewohnungen

LUZERN ⋅ Von der Schliessung sind 19 Bewohner und 36 Mitarbeiter betroffen. Die Gewerkschaft fordert Massnahmen.
13. April 2018, 14:32

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Konkret geht es um die kleineren  Pflegewohnungen «Studhalden» und «Imfang». Viva Luzern begründet deren Schliessung mit Schwierigkeiten in der Belegung der Pflegeplätze, komplexer werdenden Pflegesituationen in kleinen Einheiten sowie einer nicht mehr zeitgemässen Infrastruktur. Diese erfolgt bereits auf Ende Jahr – ursprünglich war die Schliessung auf 2020 geplant.

Offen bleiben die zwei neueren Pflegewohnungen «Tribschen». Diese sollen weiter betrieben werden, bis die 80 geplanten Pflegewohnungen auf dem ewl-Areal realisiert sind, also für die nächsten sechs, sieben Jahre, wie Viva Luzern am Freitag in einer Medienmitteilung schrieb.

Betroffene werden umplatziert

Von der Schliessung sind 19 Bewohnerinnen und Bewohner betroffen. Sie erhalten in anderen Betagtenzentren einen ihnen entsprechenden Pflegeplatz. «Eine derartige Veränderung ist immer auch mit Trauer und Unsicherheiten verbunden», ergänzt Beat Demarmels, Geschäftsführer von Viva Luzern. «Es ist uns darum ein grosses Anliegen, diesen Wandel mit allen Betroffenen zusammen eng begleiten zu können.» Betroffen von der Schliessung sind auch 36 Mitarbeitende, die in Teilzeitpensen arbeiten.

VPOD fordert Massnahmen

Die Angestellten sollen gemäss Viva Luzern ein Stellenangebot für eine ihren Qualifikationen entsprechende Stelle im Unternehmen erhalten. Oder professionell so begleitet werden, dass ihnen eine berufliche Anschlusslösung geboten werden kann.

Der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD fordert einen weitreichenden Sozialplan und entlastende Sofortmassnahmen. Denn er zweifelt daran, dass in den verbleibenden sieben Monaten allen Betroffenen eine neue und angemessene Stelle angeboten werden kann.

Gewerkschaftssekretär Martin Wyss sagt: «Weil der Grund für die Kündigung einzig und allein in betriebswirtschaftlichen Berechnungen liegt, muss sich die Viva AG an den daraus entstehenden Folgen auch finanziell beteiligen.» Die Viva AG gehört zu hundert Prozent der Stadt Luzern. Deshalb habe sie als Arbeitgeberin eine besondere soziale Verantwortung, so Wyss weiter. Für das Personal sei die Entscheidung aus «dem Nichts» gekommen und stelle für einige auch einen «Vertrauensbruch» dar, schreibt der VPOD in seiner Medienmitteilung.

Die kommenden Monate seien für die Angestellten äusserst schwierig zu meistern und es brauche deshalb umgehend Hilfe und Entlastung, so die Gewerkschaft. Verhandlungen werden in den nächsten Tagen aufgenommen.
 
 


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