Paraplegiker-Gruppe hat Einnahmen 2016 kräftig gesteigert

NOTTWIL ⋅ Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung erfreut sich anhaltender Solidarität mit Querschnittgelähmten. Sie hat 2016 die Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen und Fundraising um 11,6 auf 95,5 Millionen Franken gesteigert. An Bedeutung gewannen Spenden. Ein Ehepaar überwies alleine zehn Millionen Franken.
18. Mai 2017, 11:31

Wie die Schweizer Paraplegiker-Stiftung am Donnerstag in ihrem Jahresbericht mitteilte, soll die grosszügige Spende für verschiedene Zwecke verwendet werden. Das Ehepaar will anonym bleiben.

Auch die Gönner-Vereinigung der Stiftung verzeichnete einen Nettozuwachs an Jahresmitgliedschaften (+ 1,8 Prozent) sowie Dauermitgliedschaften (+ 7,7 Prozent). Damit zählten Ende 2016 rund 1,8 Millionen Personen zu den Mitgliedern des Solidarwerks - fast jeder dritte Schweizer Haushalt.

Weiter folgten rund 300' 000 Gönnermitglieder dem Spendenaufruf für den Erweiterungsbau des Paraplegiker-Zentrums. Die auf vier Jahre geplante Spendenkampagne konnte nach 18 Monaten abgeschlossen werden. Das Sammelziel von 15 Millionen Franken wurde schon Ende 2016 erreicht. Die Summe entspricht zehn Prozent der geplanten Kosten für das grösste Bauvorhaben seit Eröffnung des Paraplegiker-Zentrums 1990.

Mehr Direkthilfe

Die Gönner-Vereinigung erfasste im Berichtsjahr 3,9 Millionen Franken an Unterstützungsbeiträgen für neu verunfallte Mitglieder mit permanenter Rollstuhlabhängigkeit. Der Betrag lag wegen weniger folgenschwerer Unfälle 1,7 Millionen unter dem Vorjahreswert.

Dagegen wurden mehr Gesuche von Querschnittgelähmten um Direkthilfe gutgeheissen. Die Summe betrug 15,5 (Vorjahr: 11,2) Millionen Franken. Die Stiftung finanzierte so nicht gedeckte Pflegekosten, Beiträge an Hilfsmittel, Anpassungen von Fahrzeugen sowie Umbauten für hindernisfreie Wohnräume und Arbeitsplätze.

Die 150 Betten im Parplegiker-Zentrum waren im letzten Jahr zu 96,8 (2015: 96,5) Prozent ausgelastet. Für die 1085 querschnittgelähmten Patienten, die 2016 nach einer Erstrehabilitation oder Folgebehandlung die Klinik verlassen konnten, wurden 52'922 Pflegetage geleistet.

Die Paraplegiker-Gruppe konnte 78,3 Prozent der Kosten mit Einnahmen von Versicherungen, Krankenkassen, der öffentlichen Hand sowie den Kunden respektive Querschnittgelähmten decken. Den restlichen Fünftel des Betriebsaufwands finanzierten Gönner. Unter dem Strich erwirtschaftete die Non-Profit-Organisation einen Gewinn von 14 Millionen Franken. Der Überschuss soll für das Bauvorhaben verwendet werden. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: