Polizeischule heimst Ehrenpreis ein

SEETAL ⋅ Gwärb Hochdorf hat den 13. Seetal Award an die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch verliehen. Seit zehn Jahren belebt sie die Gemäuer des einstigen Lehrerseminars. Darob haben einige zunächst die Nase gerümpft.
12. Januar 2018, 04:39

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Gemessen an der Uniformdichte ist es die wohl sicherste Gemeinde der Schweiz: Hitzkirch beherbergt die Interkantonale Polizeischule (IPH) – das landesweit grösste Aus- und Weiterbildungszentrum der Polizei. Jährlich werden hier bis zu 300 Aspiranten aus elf Konkordatskantonen geschult. Heisst: Aargau, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Solothurn, Uri und Zug – hinzu kommen die ­Anwärter weiterer Polizeiorganisationen wie die Transportpolizei SBB und neu auch der Militärischen Sicherheit. «Die IPH sorgt für eine positive Ausstrahlung des Seetals über dessen Grenzen hinaus», sagt Heinz Niederberger, Präsident von Gwärb Hochdorf, auf Anfrage. «Überdies ist sie mit 85 Angestellten ein bedeutsamer Arbeitgeber für die ganze Region.»

Für dieses «positive Standortmarketing» hat der Gewerbeverein der IPH gestern in der Braui Hochdorf vor rund 130 Gästen den 13. Seetal Award überreicht. Die Auszeichnung – eine Urkunde – wird jährlich an eine Person, Organisation oder eine Firma vergeben, die sich ­besonders zum Wohle des Seetals engagiert hat. Eine neunköpfige Findungskommission aus Politik, Gewerbe, Kultur, Wirtschaft, Sport und dem Sozialbereich kürt jeweils den Preisträger.

Polizei-Anwärter «gehören zum Dorfbild»

Das ehemalige Seminar in der Kommende, in der fast 140 Jahre lang Lehrer ausgebildet wurden, ist seit 2007 fest in Polizeihand. Das habe im Vorfeld für einige Nebengeräusche gesorgt, so Niederberger. «Man befürchtete, ständig von Polizeikontrollen angehalten zu werden», sagt er und lacht. «Heute schätzen wir die Polizeischule als guten Partner.»

«Unsere Aspirantinnen und Aspiranten gehören längst zum Dorfbild», sagt IPH-Direktorin Irene Schönbächler. «Auch das Seminarzentrum ist in der Region gut verankert. Wir legen Wert ­darauf, das regionale Gewerbe zu berücksichtigen. Sei dies bei Einkäufen oder bei Aufträgen an Handwerker.» Bei einem Jahresumsatz von 16,7 Millionen Franken (2016) bringe das «einen spürbaren Mehrwert» in die ­Region. Wen wundert’s, packte sie bei der gestrigen Ansprache gleich die Gelegenheit beim Schopf und rührte die Werbetrommel fürs Seminarzentrum, unter anderem für das öffentliche Restaurant Commenda, in dem sich «wunderbar» speisen lasse.

Von der frohen Botschaft, Gwärb Hochdorf habe heuer die Polizeischule als Preisträger auserwählt, sei sie «völlig überrascht» worden, sagt IPH-Direk­torin Schönbächler. «Der Gewinn des Awards ist für uns eine Ehre und eine Anerkennung für den reibungslosen Betrieb auf dem Campus.» Vom Preisgeld – einem Check der UBS über 2000 Franken – sollen daher als Dank ihre Mitarbeiter profitieren. «In welcher Form, ist noch offen.»

«Ausstrahlung reicht über Zentralschweiz hinaus»

In seiner Laudatio drehte David Affentranger (CVP), Gemeindepräsident von Hitzkirch, am Rad der Zeit: 1237 sei die Deutschritterkommende gegründet worden. «Hitzkircher sind es seit je her gewohnt, dass die Leute, die dort wohnen, unser Leben nachhaltig beeinflussen.» Wie schon Niederberger vom Gwärb betonte er die gute Zusammenarbeit mit der Polizeischule. Die IPH sei ein Aushängeschild mit einer Ausstrahlung «über die Zentralschweiz hinaus».


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