LUKB-Verwaltungsrat: Luzerner Regierungsrat in der Zwickmühle

KOMMENTAR ⋅ Alexander von Däniken, Leiter Ressort Kanton Luzern, zur Nominierung von Franz Grüter für den Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank.
02. Januar 2018, 14:55

Schon wieder sorgt eine Personalie bei der Luzerner Kantonalbank für Aufsehen: Mit Franz Grüter schlägt die Bank nicht nur einen Unternehmer zur Wahl in den Verwaltungsrat vor, sondern auch einen Herzblut-SVP-Politiker. Das ist nach den Unruhen um die Wahl von alt FDP-Regierungsrat Max Pfister mindestens unsensibel.

Die Nomination für die GV vom 16. April bringt vor allem Finanzdirektor Marcel Schwerzmann in die Bredouille: Der parteilose Regierungsrat vertritt den Kanton Luzern als Mehrheitsaktionär. Darum wird er über wichtige Personalentscheide in der Kantonalbank auch vorinformiert. 

Ob dies im Fall von Franz Grüter geschehen ist, lässt sich nicht belegen. Es bringt Schwerzmann auch so in eine ungemütliche Lage. Falls er von der Bank überrumpelt worden ist, riskiert er, bei einem Nein an der GV Franz Grüter und die Bank zu desavouieren. Falls er von der Bank frühzeitig und umfassend von der Personalie informiert worden ist, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, die Bank zu «verpolitisieren». Klar ist darum auch: Kommt es bis im Frühling zu keiner Überraschung, wird Franz Grüter gewählt. Und das kann bei den anderen Parteien entweder Proteste oder Begehrlichkeiten wecken.
 

Alexander von Däniken, Leiter Ressort Kanton

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch


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