Krankenkassen: Richtprämie wird angepasst

LUZERN ⋅ Die Prämien steigen – aber um wie viel? Die Annahmen der Regierung zeigen, was Versicherte 2018 erwartet.
09. November 2017, 20:41

Die Richtprämie ist massgebend für die Berechnung der Prämienverbilligung. Sie wird durch den Luzerner Regierungsrat jährlich festlegt. Dabei orientiert er sich an der durchschnittlichen Prämie für die Krankenkassen-Grundversicherung: Diese fällt laut Mitteilung der Staatskanzlei von gestern 2018 für Erwachsene im Kanton Luzern im Schnitt 2,7 Prozent höher aus als 2017. Für junge Erwachsene bis 25 Jahre steigt sie um 3,4 Prozent, für Kinder bis 18 Jahre um 4,6 Prozent.

Ein Beispiel: Zahlte ein Erwachsener letztes Jahr 358 Franken monatliche Prämien, muss er also 2018 mit gut 10 Franken höheren Kosten rechnen.

Regierungsrat erfüllt politische Forderungen

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, passt die Regierung bei allen Anspruchsgruppen die Richtwerte nach oben an (siehe Tabelle). Dabei fallen die Prämien in den unterschiedlichen Regionen (siehe Kasten) verschieden hoch aus.

Dass der Regierungsrat die Richtwerte bereits Mitte November mitteilt, kommt nicht ganz freiwillig: Er erfüllt damit die Forderung des Kantonsrats, der nach den Wirren um die Prämienverbilligungen eine frühzeitige Veröffentlichung der massgebenden Richtwerte verlangte, vor Ablauf der Fristen für einen Krankenkassen-Wechsel. Aber nicht nur Versicherte, auch die Gemeinden sollen besser informiert sein, um weitere Parameter zur Berechnung der Prämienverbilligungen mit der Regierung zu verhandeln.

Wer tatsächlich Prämienverbilligungen erhalten wird, dar­über entscheidet vor allem die Festsetzung des massgebenden Ein­kommens. Das erfordert einen gültigen Staatsvoranschlag, über den das Kantonsparlament Anfang Dezember befindet.

Die 3 Prämienregionen

Die 83 Luzerner Gemeinden sind in drei Prämienregionen eingeteilt. Zur einwohnermässig grössten Region 1 gehören Luzern, Emmen, Kriens, Horw und Ebikon. Zur Region 2 zählen: Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Eich, Malters, Meggen, Meierskappel, Neuenkirch, Nottwil, Oberkirch, Root, Rothenburg, Ruswil, Schenkon, Sempach, Sursee, Udligenswil, Werthenstein und Wolhusen. Die restlichen 59 Gemeinden bilden die Prämienregion 3. Mit dieser Unterscheidung soll den unterschiedlichen Krankenkassen-Kosten in den Regionen Rechnung getragen werden. (red)

 

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: