Stadelmanns Geburtstag lockt Prominenz ins Entlebuch

ESCHOLZMATT-MARBACH ⋅ «S’Bescht vom Franz Stadelmann», heisst das Album, das zum 75. Geburtstag des Jodlers und Komponisten erschienen ist. Die CD hat zwei bekannte Taufpaten.
13. August 2017, 17:17

Franz Stadelmann aus Escholzmatt ist einer der ganz Grossen in der Schweizer Volksmusikszene. Der Entlebucher kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken, sowohl als Komponist, Jodler, Musiker und Dirigent. Zudem ist er Träger mehrerer Auszeichnungen, wie dem «Goldenen Violinschlüssel» und des «Prix Walo». Zweimal überreichte ihm seine Plattenfirma Phonag Records eine goldene Schallplatte für jeweils 25'000 verkaufte Alben – was als Seltenheit in der Jodlerszene gilt. Über 250 Kompositionen stammen aus seiner Feder. Seine meistgesungenen Werke sind der Beichle-Jutz, «Dankbarkeit» und «Däheim».

Am Samstag feierte er mit Familie, Freunden, Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft seinen 75. Geburtstag im Gemeindesaal Marbach, verbunden mit einer CD-Taufe. Franz Stadelmann betonte, dass ihm der Jodelgesang Kraft und Freiheit gebe. «Jodeln ist mein Leben.»

Launige Laudatio zum Jubiläum

Franz Stadelmann hat eine grosse Fangemeinde in der ganzen Schweiz. Sein wohl prominentester Fan ist SVP-Bundesrat Ueli Maurer, der am Samstag als Gast, Laudator und Taufgötti der neuen CD eingeladen war. «Ich staune über die Schaffenskraft von Franz Stadelmann. Er ist ein Verrückter, im positiven Sinn natürlich», erklärt Bundesrat Ueli Maurer unserer Zeitung. Seine Dynamik, sein Engagement für Brauchtum und Traditionen, seine Verbundenheit zu den Wurzeln seien einzigartig. Der Bundesrat dankte in einer launigen Laudatio dem Jubilar für sein Engagement zur Erhaltung und Weiterentwicklung des Schweizer Kulturguts. «Jodelgesang erinnert an die Wurzeln eines Landes», so der Bundesrat. In der Politik sei man oft weit weg von den Wurzeln. «Ein bisschen Nähe zu den Jodlern täte gut», stellt dieser fest. Hat der Magistrat ein Lieblingslied? «Je älter man wird, desto mehr gefällt mir das Jodellied ‹Däheim›», sagt Ueli Maurer und schmunzelt. Wagt da der SVP-Bundesrat etwa bereits einen Blick in die Zukunft? Denn in diesem Jodellied kommt folgende Passage vor: «Am schönschte isch’s däheim».

Die höchste Luzernerin, SVP-Kantonsratspräsidentin und Taufgotte Vroni Thalmann-Bieri aus Flühli, erklärte in der Ansprache, dass gewisse Gemeinsamkeiten zwischen ihr und Franz Stadelmann bestünden, dies nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen des Engagements für die Bergbevölkerung. Und wie der Jubilar sei auch sie in einer kinderreichen Familie aufgewachsen, in der viel gesungen und musiziert wurde. Seit 33 Jahren macht sie Trachtenmusik bei der Trachtengruppe Flühli. Zum Schluss zeigte die höchste Luzernerin auch noch ihre dichterischen Fähigkeiten. An die Adresse von Franz Stadelmann sagte sie: «Hüt dörfe mer si dini Gescht, mier hier im Saal wüsche dier das Allerbescht.»

Das neue Album «E Chratte vou Jodellieder – s’Bescht vom Franz Stadelmann» ist eine Werkschau aus über 50 Jahren seines Schaffens. Auf der CD finden sich viele Premieren, aber auch einige seiner bekanntesten Werke. Musikalische Grüsse gabs am Samstag von diversen Interpreten, die auf der Neuerscheinung zu hören sind. Mit von der Partie waren der Jodlerklub Schüpfheim, der Jodlerklub Alpenglühn Wiggen, der Jodlerklub Bumbach, das Jägerchörli Amt Entlebuch, der Jodlerklub Füllinsdorf, die Solojodlerin Karin Ramseyer, die Jagdhornbläser Marbach/Escholzmatt sowie die Kapelle Paradiso. Als Vertreter des Jodlerklubs Oberkirch war FDP-Nationalrat Albert Vitali anwesend, dem Franz Stadelmann den «Sorengrund-Jutz», einen Naturjodel, gewidmet hat.

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch


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