Industriestrasse: Zwei Siedlungen werden verbunden

LUZERN ⋅ Der Architekturwettbewerb hat begonnen. Zeitgleich wird daneben auf dem EWL-Areal ein weiteres Projekt geplant. Dies macht zusätzliche Absprachen nötig.
02. August 2017, 05:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Es geht vorwärts an der Industriestrasse. Nachdem die Stadt das Grundstück im Baurecht an die Kooperation Industriestrasse abgegeben hat, beginnt nun ein Architekturwettbewerb. Im Juni 2018 soll das Endresultat kommuniziert werden, heisst es im Magazin der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL). Sie ist neben GWI, LBG, Wogeno und Wohnwerk eine der fünf Genossenschaften, die sich zur Kooperation Industriestrasse zusammengeschlossen haben.

«Wir haben 25 Architekturbüros eingeladen, 21 haben zugesagt», sagt Cla Büchi, Projektleiter der Kooperation. Die Teams wurden durch die Genossenschaften und eine Jury, bestehend aus Vertretern der Genossenschaften, der Stadt sowie Fachleuten, ausgewählt. Mehr Details will Büchi mit Verweis auf eine Medieninformation in den nächsten Tagen nicht bekanntgeben.

Projekte werden aufeinander abgestimmt

Einige Vorgaben sind von der Stadt als Bedingungen für das Baurecht vorgegeben: Um viele Familien zu berücksichtigen, muss mindestens die Hälfte der Wohnungen 4? oder mehr Zimmer aufweisen und ein Kindergarten gebaut werden. Die Siedlung soll mit zwei bis maximal fünf Parkplätzen für zehn Wohnungen autoarm sein. Weiter darf das ehemalige Käselager an der Industriestrasse 9 nicht abgerissen werden. Dort soll nach einer Sanierung für die Arealbebauung ein «wichtiger, gemeinschaftsstiftender Ort» entstehen, so ­Büchi. Zudem müssen die Emissionen der Gassechuchi sowie der umliegenden Gastro- und Barbetriebe toleriert werden.

Geplant ist, den Grossteil in einer ersten Etappe von 2021 bis 2023 zu realisieren. Die Gebäude Industriestrasse 15/17 sowie die Halle am Geissensteinring mit Brockenhaus werden ab 2023 neu überbaut. Die Etappierung soll ermöglichen, dass jetzige Mieter bis 2023 auf dem Areal bleiben können, um danach in sanierte Bauten oder Neubauräume umzuziehen. 2025 soll die ganze Überbauung fertiggestellt sein.

Bis 2025 sollen auch die Bauten auf dem EWL-Areal gleich gegenüber bezugsbereit sein. Dort sind für 250 Millionen Franken ein Sicherheitszentrum mit Feuerwehr und Polizei, Büros sowie Wohnungen geplant. Dafür wollen Stadt und EWL eine eigene Aktiengesellschaft gründen. «Die beiden Projekte müssen nun aufeinander abgestimmt werden», sagt Büchi. «Es besteht beispielsweise die Idee, eine Kindertagesstätte auf dem Industriestrasse-Areal zu realisieren. Dies würde aber keinen Sinn machen, wenn auf dem EWL-Areal auch solch eine geplant ist.»

Architekturwettbewerbe unabhängig voneinander

Weitere Themen seien die Verkehrserschliessung oder die «Durchwegung». «Gibt es bei uns eine Achse, macht es Sinn, dass eine solche auf dem EWL-Areal eine Fortsetzung findet», sagt Büchi. Inwiefern die Architektur aufeinander abgestimmt wird, könne man heute noch nicht sagen. «Die Wettbewerbe laufen vorerst unabhängig voneinander, die Teilnehmer sind aber über das andere Projekt informiert», sagt Martin Buob, Geschäftsführer der ABL. Von der EWL war ferienhalber niemand erreichbar.


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