So erlebten die Ehrengäste die Fritschitagwache

SCHMUTZIGER DONNERSTAG ⋅ Nebst dem Fritschivater und seiner Familie feierten auch die eingeladenen Ehrengäste am Donnerstagmorgen den Start in die Luzerner Fasnacht.
08. Februar 2018, 10:19

Um kurz vor 6 Uhr kann sich Fritschivater Alfred Meier eine erste Pause gönnen: Zusammen mit seiner Familie, Bruder Fritschi und den geladenen Gästen kehrt er in der Kornschütte zum traditionellen Frischti-Zmorge ein. Meier steht im Mittelpunkt, unsere Zeitung erwischt ihn zwischen einem Konfibrot und dem nächsten Händedruck: «Die Stimmung ist ausgelassen, sehr gut, sensationell», sagt der Zunftmeister zu Safran. Um Punkt 5 Uhr erschallte der Urknall, Meier stand am Landungssteg und erwartete seine Familie, die zusammen mit Bruder Fritschi, dessen Fritschene und dem Rest des Fasnachtstrosses mit dem Nauen übersetzte. «Es war ein gigantischer Moment, da läuft es einem kalt den Rücken runter», sagt der 60-Jährige vor Freude strahlend. Meier, der seit 1992 in der Zunft zu Safran ist, hat schon so manche Tagwacht erlebt. Ganz im Gegensatz zu Marc Albrecht von der Fasnachtsgesellschaft Mels.

Die Melser Fasnächtler waren am Donnerstag zu Gast in Luzern. Und Albrecht, der den amtierenden Böllenkönig (so heisst das Melser Fasnachtsoberhaupt) Bruno Ackermann vertrat, hatte einen mehr als guten Eindruck: «Wir haben in Mels ja selber eine tolle Fasnacht und sind uns einiges gewohnt. Aber das hier ist schon enorm eindrücklich.» Ähnlich klang es auch von der Schwyzer FDP-Nationalrätin Petra Gössi. Auch die Küssnachterin war unter den geladenen Gästen in der Kornschütte. Was ist nun besser – die Luzerner Fasnacht oder das Klausjagen? «Schön ist ja, dass man beides nicht miteinander vergleichen kann. Das Klausjagen ist wunderbar, aber auch hier ist die Stimmung sensationell. Oder auf Deutsch gesagt: Huere guet.» 

Petra Gössi mischte sich im schlichten roten Blazer unter die Fasnächtler. Ganz anders trat Beat Villiger, der Zuger Sicherheitsdirektor auf: Er kam im rot-weiss-gestreiften Räbegäuggel – einem traditionellen Baarer Sujet. Um halb vier Uhr morgens musst der CVP-Politiker aus den Federn. Bereut hat er es keine Sekunde: «Es ist eine so grosse Freude unter den Leuten, eine riesige Party. Das macht wirklich Spass.» Mit dieser Meinung dürfte Villiger nicht alleine bleiben.

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

  • Mit dem Urknall ist die Luzerner Fasnacht eröffnet. (© Pius Amrein (Luzern, 8. Februar 2018))
  • Die Fritschifamilie kommt auf dem Nauen in Luzern an. (© Pius Amrein (Luzern, 8. Februar 2018))
  • Bruder Fritschi und seine Fritschene beim Verlassen des Nauen. (© Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 8. Februar 2018))

Rund 15'000 begeisterte Fasnächtler brüeled bei leichtem Schneefall aus vollen Kehlen. Mit dem Urknall und dem Fötzeliräge ist die Luzerner Fasnacht 2018 lanciert.

  • (© Pius Amrein (Luzern, 8. Februar 2018))
  • (© Pius Amrein (Luzern, 8. Februar 2018))
  • (© Pius Amrein (Luzern, 8. Februar 2018))

In Luzern sind am Schmutzigen Donnerstag viele tolle Einzelmasken und Kleingruppen zu sehen.

Video: Fötzeliräge in Luzern

Die Luzerner Fasnacht ist eröffnet: Am Schmutzigen Donnerstag um 5.25 Uhr prasselt der Fötzeliräge auf dem Kapellplatz in Luzern auf die Tausenden von Fasnächtler nieder. (Tele 1, 08.02.2018)

Video: Urknall in Luzern

Mit dem Urknall hat in Luzern die Fasnacht 2018 begonnen. (Tele 1, 08.02.2018)




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