Stadt Luzern führt Programm für Arbeitsintegration definitiv ein

ARBEITSLOSE ⋅ Das als Pilotprojekt gestartete Integrationsprogramm ReFIT ist erfolgreich – und bleibt daher weiterhin bestehen.
Aktualisiert: 
15.05.2017, 18:00
15. Mai 2017, 11:07

Wieder fit werden für den Arbeitsmarkt – dieses Ziel verfolgt die Stadt mit dem Arbeitsintegrationsprogramm ReFIT, das Mitte 2014 als Pilotprojekt gestartet wurde. Ein Team von zehn Sozialhilfeempfängern arbeitet dabei für das städtische Tiefbauamt. Sie pflegen Wanderwege, reinigen Verkehrstafeln oder montieren Sitzbänke. Seit Projektbeginn haben insgesamt 35 Personen teilgenommen, per Januar 2017 hat die Stadt ReFIT nun definitiv eingeführt. 

«Das Programm ist ein Erfolg», sagte Adrian Borgula (Grüne), Vorsteher der Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit, am Montag an einer Medienkonferenz. «Es ist schön zu sehen, wie sich die Teilnehmer engagieren und diese Chance nutzen möchten.» Mehr als die Hälfte aller bisherigen Teilnehmer hat eine Anstellung gefunden – als Fest-, Lehr-, Praktikumsstelle, befristet oder auf Abruf. Parallel zum Projekt ReFIT bietet die Stadt Luzern schon seit zehn Jahren auch noch in anderen Bereichen der Stadtverwaltung 25 Arbeitsplätze für Sozialhilfeempfänger an.

«Etwas fürs Gemeinwohl leisten»

«Die Betroffenen erhalten eine Chance, wieder ins Berufsleben einzusteigen und etwas für das Gemeinwohl leisten zu können», sagte Stadtrat Borgula. «Die Stadt profitiert, weil die Arbeit des ReFIT-Teams für das Tiefbauamt von grossem Nutzen ist.» Zwar sei mit der Betreuung der Teilnehmenden auch ein gewisser Mehraufwand fürs Tiefbauamt verbunden. «Aber den nehmen wir gerne auf uns. Auf diese Weise können wir auch zusammen mit der Privatwirtschaft Verantwortung gegenüber Personen übernehmen, die betreffend beruflicher Integration auf Unterstützung angewiesen sind.»

Die Stadt rechnet mit jährlichen Kosten von 180'000 Franken für die ReFIT-Betriebsstelle. Arbeitsintegrationsmassnahmen anzubieten, sei «ein gesellschaftlicher Gewinn und kann vermeiden, dass die betroffenen Menschen noch stärker aus dem Arbeitsmarkt und der Gesellschaft ausgegrenzt werden», ergänzte Sozialdirektor Martin Merki (FDP).

Das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit habe zugenommen, die Investitionen in die Arbeitsintegration seien deshalb wichtig. «Wer einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt findet, entlastet die Sozialhilfe.»

Jasmin Mrsic, ein Teilnehmer des Programms, war ebenfalls vor Ort. «Ich freue mich sehr, dass ich diese Chance erhalte, mich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren; ich kann hier auch sehr viel lernen», sagt der 29-jährige Bosnier. Er hatte seine frühere Arbeitsstelle verloren und wurde durch das Sozialamt an ReFIT vermittelt.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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