SVP-Basis kann zwischen zwei Nachfolgern für Franz Grüter wählen

KANTON LUZERN ⋅ Am 1. Juni kürt die kantonale SVP den Nachfolger für den zurücktretenden Parteipräsidenten Franz Grüter. Nach der Vorauswahl der erweiterten Parteileitung stehen zwei Namen zur Auswahl: Oliver Imfeld und Angela Lüthold.
18. Mai 2017, 21:08

Am Donnerstag Abend kurz vor 21 Uhr war es so weit: Die erweiterte Parteileitung mit ihren 13 Mitgliedern hat sich für zwei Personen als mögliche Nachfolger für den Ende Monat abtretenden Parteipräsidenten Franz Grüter entschieden. Es sind dies der aktuelle Vizepräsident Oliver Imfeld aus Kastanienbaum und Kantonsrätin Angela Lüthold aus Nottwil. Die Parteileitung folgte damit dem Antrag der Findungskommission. Diese wird präsidiert von Nationalrat Felix Müri und besteht dazu aus Fraktionschef Guido Müller, Regierungsrat Paul Winiker sowie Noch-Präsident und Nationalrat Franz Grüter. Die Wahl des neuen SVP-Präsidenten findet an der Generalversammlung vom 1. Juni um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Eich – dem Wohnort von Franz Grüter – statt.

Laut Grüter will man den Delegierten mit diesem Vorschlag eine echte Auswahl bieten – zwischen Mann und Frau, zwischen einem städtisch orientierten Kandidaten und einer Frau aus der Landschaft. Imfeld und Lüthold seien mit der Ausmarchung durch die Parteibasis einverstanden und würden sich gegenseitig unterstützen, sagt Grüter auf Anfrage. Das heisst: Wird Oliver Imfeld neuer Präsident, übernimmt Angela Lüthold das Vizepräsidium der Partei. Holt Lüthold mehr Stimmen, bleibt Imfeld Vize.

Sie ist Finanzspezialistin,er managt DJ Bobo

Beide Kandidaten sind in der Öffentlichkeit bis jetzt wenig bekannt, wobei Lüthold als Kantonsrätin und langjährige Ortspartei- und Wahlkreispräsidentin innerhalb der Partei länger und stärker verankert ist. Die 59-jährige Unternehmerin wurde 2011 in den Kantonsrat gewählt, verpasste im Frühjahr 2015 die Wiederwahl jedoch um einen Wimpernschlag: Es fehlten ihr nur drei Stimmen. Weil Franz Grüter im Herbst in den Nationalrat gewählt wurde und sein Kantonsratsmandat niederlegte, rückte Lüthold nach. Die in Nottwil geborene Politikerin gehört der kantonsrätlichen Planungs- und Finanzkommission an und äussert sich dementsprechend oft zu Finanzthemen. Lüthold ist verheiratet und hat drei Söhne. Sie machte ursprünglich eine Lehre als Verwaltungsangestellte, besitzt das Gemeindeschreiber- und Wirtepatent und gibt als Hobbys Musizieren, Lesen, Wandern und Velofahren an.

Oliver Imfeld ist 49-jährig, wurde in Liestal geboren und wohnt seit 1990 im Kanton Luzern, seit 1997 in Horw. Er managt seit 1989 DJ Bobo. Imfelds Firma konzipiert neben den Tourneen und Shows von DJ Bobo auch jene von Schlagersängerin Andrea Berg. Zum Vizepräsidenten der kantonalen SVP wurde der Hobbysportler im Herbst 2015 gewählt. Imfeld, dessen Künstleragentur in Spitzenzeiten bis zu 20 Personen beschäftigte (heute sind es 10), ist parteiintern für die Ortsparteien zuständig. Seit Ende 2015 politisiert er im Einwohnerrat Horw. Im gleichen Jahr kandidierte er für den Kantons- und Nationalrat, wo er als Newcomer gute Resultate erzielte. Imfeld ist verheiratet, besitzt ein Handelsdiplom und schloss 2014 an der Hochschule Luzern – Wirtschaft das Masterstudium MBA ab.

Angela Lüthold oder Oliver Imfeld wäre die achte Person an der Spitze der zweitstärksten Luzerner Partei, gemessen am Wähleranteil bei den kantonalen Wahlen 2015. Zwischen 1992 und 2000 wurde die SVP vom inzwischen verstorbenen Hannes Estermann geführt, dann folgte für kurze Zeit Geri Klein, ehe der heutige Nationalrat Felix Müri das Amt 2001 übernahm und bis 2004 ausführte. Auf Müri folgte Otto Laubacher, der das Zepter 2008 an Nationalrätin Yvette Estermann weiterreichte. Zwischen 2009 und 2012 hiess der Präsident der SVP des Kantons Luzern Josef Kunz, bevor Franz Grüter die Spitze übernahm.

Lukas Nussbaumer
 

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch


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